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📕 Abfindung

Was ist eine Abfindung?

Abfindungen sind Entschädigungen, die gezahlt werden, wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeit verliert.
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📕 Abmahnung

Was ist eine Abmahnung?

Mit einer Abmahnung weist der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auf die Verletzung vertraglicher Pflichten hin, um weitere Vertragsverstöße zu vermeiden. Mit der Abmahnung gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zu verstehen, dass er mit einem bestimmten Verhalten nicht einverstanden ist. Bei verhaltensbedingten Kündigungen ist eine vorangegangene Abmahnung grundsätzlich Kündigungsvoraussetzung. Die Abmahnung ist hier eine Vorstufe zur Kündigung.
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📕 Änderungskündigung

Was ist eine Änderungskündigung?

Eine Änderungskündigung liegt vor, wenn das bisherige Arbeitsverhältnis gekündigt wird und zugleich die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu geänderten Bedingungen angeboten wird. Zum Beispiel mit einer anderen Bezahlung oder auf einem anderen Arbeitsplatz.
Eine Änderungskündigung ist eine normale Vertragskündigung. Eine übliche Änderungskündigung hat etwa folgenden Wortlaut: "Hiermit kündige ich Ihren Arbeitsvertrag fristgemäß zum ... Gleichzeitig biete ich Ihnen einen neuen Arbeitsvertrag zu folgenden Bedingungen an:..."
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📕 Allgemeines Gleichstellungsgesetz

Was ist das Allgemeine Gleichstellungsgesetz?

Das AGG soll vor Diskriminierungen im Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis schützen sowie im Vorfeld des Beschäftigungsverhältnisses, also zum Beispiel im Bewerbungsverfahren. Sein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Prozessen der Personalentwicklung: Einstellung, Beförderung, Weiterbildung etc.
Es darf niemand aufgrund seines Alters, seines Geschlechts, seiner ethnischen Herkunft, seiner Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden. Sollten doch Ungleichbehandlungen vorkommen, kennt der Gesetzgeber verschiedene Gegenmaßnahmen, erlaubt Klage vor Gericht und sieht Entschädigungen und Schadenersatz vor.

Wie kann ich eine Ungleichbehandlung nachweisen?

Sie müssen Indizien für eine Diskriminierung darlegen und beweisen. Der Arbeitgeber muss die Indizien dann widerlegen und beweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt.
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📕 Akkordarbeit

Was ist Akkordarbeit?

Akkordarbeit ist leistungsabhängiges Arbeiten. Eine bestimmte Anzahl von Produkten muss in einer festgelegten Zeit erreicht werden.

Wer darf keine Akkordarbeit verrichten?

Da Akkordarbeit in der Regel mit besonderen gesundheitlichen Gefahren verbunden ist, ist sie für bestimmte Gruppen verboten: zum Beispiel für schwangere Frauen sowie Jugendliche unter 18 Jahren (Jugendarbeitsschutzgesetz JArbSchG § 23). Berufsausbildungen, die Akkordarbeit vorsehen, bilden die Ausnahme.
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📕 Anerkennungstarifvertrag

Was ist ein Anerkennungstarifvertrag?

Ein Anerkennungstarifvertrag ist ein Tarifvertrag mit einem (nicht tarifgebundenen) Arbeitgeber, in dem die geltenden Tarifverträge einer Branche vereinbart ("anerkannt") werden. Verbesserungen im Flächentarifvertrag kommen den Mitgliedern des Betriebs automatisch zugute. Es können alle Referenztarifverträge aus der Fläche anerkannt werden oder aber auch nur bestimmte Tarifverträge (zum Beispiel Manteltarifvertrag). Je nach Gestaltung können die Beschäftigten auch bei der Tarifbewegung ihrer Branche aktiv mitmachen (hierzu rechtzeitig die IG Metall Bezirksleitung fragen).

Wie kann das aussehen?

Zwischen den Firmen
T ... Kunststoff GmbH, Salzgitter
T ... Formenbau GmbH, Langenhagen,
und der Industriegewerkschaft Metall, Bezirksleitung Hannover,
wird folgender Anerkennungstarifvertrag vereinbart:

§ 1 Geltungsbereich

Dieser Tarifvertrag gilt räumlich: für die Betriebe der T ... Kunststoff GmbH und der T ... Formenbau GmbH
persönlich: für alle Beschäftigten einschließlich der Auszubildenden

§ 2 Anerkennung der Tarifverträge

(1) Die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Tarifvertrages geltenden Tarifverträge für Arbeiter/innen, Angestellte und Auszubildende der Metallindustrie des Tarifgebietes Niedersachsen (ausschließlich nordwestliches Niedersachsen und Osnabrück), abgeschlossen zwischen der Industriegewerkschaft Metall, Bezirksleitung Hannover oder Vorstand einerseits, und dem Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V. bzw. Gesamtmetall andererseits, sind Bestandteil dieses Tarifvertrages.
(2) Die geltenden Tarifverträge sind in der Anlage 1 bezeichnet, die Teil dieses Tarifvertrages ist. Der Wortlaut aller in der Anlage aufgeführten Tarifverträge lag den Parteien dieses Tarifvertrages vor.

§ 3 Rechtsstatus der Tarifverträge

(1) Die in Bezug genommenen Tarifverträge gelten mit dem jeweils gültigen Rechtsstatus.
(2) Werden Tarifverträge oder Teile von ihnen gekündigt, gelten sie auch zwischen den Parteien dieses Anerkennungstarifvertrages als gekündigt.
(3) Forderungen, die zu den in Bezug genommenen Tarifverträgen gestellt werden, gelten auch gegenüber den Parteien dieses Tarifvertrages als gestellt.
(4) Streikfreiheit und Friedenspflicht regeln sich so, als wäre die Firma Mitglied des Arbeitgeberverbandes, der die in Bezug genommenen Tarifverträge abgeschlossen hat.
(5) Es gelten alle Abkommen, Zusatzabkommen, Änderungen, Ergänzungen und Neufassungen von Tarifverträgen sowie alle neuen Tarifverträge und -bestimmungen, die zwischen den in § 2 genannten Vertragsparteien vereinbart werden.

§ 4 Inkrafttreten und Kündigung

Dieser Tarifvertrag tritt am 1. Juli 2003 in Kraft.
Er kann mit einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende, erstmals zum 31. Dezember 2009, gekündigt werden.
Salzgitter/Hannover, den 21. Juli 2003
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📕 Altersvorsorgewirksame Leistungen

Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) Altersvorsorge ist in aller Munde, nicht nur bei älteren, sondern auch bei jungen Kolleginnen und Kollegen. Doch welche Möglichkeiten gibt es?

Und was müssen Sparwillige dabei beachten?

Hier das Beispiel AVWL.

Im Tarifvertrag geregelt

Mit TV AVWL ist der bundesweit gültige Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen zwischen IG Metall und Gesamtmetall gemeint. Gewerkschafter in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie haben einen monatlichen Anspruch auf 26,59 Euro (Azubis 13,29 Euro), um fürs Alter vorzusorgen. Es gibt drei Wege, die alle tarifvertraglich festgeschrieben sind.

Anlagemöglichkeiten

Die private Altersvorsorge mit Riesterförderung. Diese können Arbeitnehmer mit zusätzlichen Mitteln aus ihrem versteuerten Einkommen aufstocken. Die zweite Möglichkeit: Die Nutzung der AVWL zur Entgeltumwandlung. Hier können jährlich 2592 Euro steuer- und beitragsfrei in eine Altersversorgungszusage des Arbeitgebers umgewandelt werden. Die dritte Alternative ist eine direkte Arbeitgeberzusage statt AVWL. Hierfür müssen Betriebsrat und Arbeitgeber zuvor eine Vereinbarung abschließen. Der Vorteil: Zusätzlich kann die zweite Alternative in vollem Umfang ausgeschöpft werden. Bei allen Alternativen eignen sich die Produkte und Angebote der "MetallRente", eine gemeinsamen Einrichtung von Gesamtmetall und IG Metall.

Staatliche Förderungen

Welche der Alternativen die günstigste ist, kommt auf die individuellen Verhältnisse an. Dabei gilt: Je geringer das Einkommen und je höher die Kinderzahl, umso vorteilhafter ist es, zu "riestern". Ein Durchschnittsverdiener ohne Kinder fährt meist besser mit einer Entgeltumwandlung. Achtung Azubis: Die Entgeltumwandlung kann das Kindergeld retten. Wer durch Umwandlung unter die Einkommensfreigrenze von 8004 Euro im Jahr fällt, erhält weiter volles Kindergeld.

Schriftlich beantragen.

Alle drei Modelle sind beim Arbeitgeber zu beantragen. Zudem ist bei der ersten und zweiten Alternative ein Vertrag mit einem entsprechenden Versicherungsanbieter notwendig. Der Tarifvertrag über AVWL ist die Weiterführung des Tarifvertrages über vermögenswirksame Leistungen, kurz VWL. Die entscheidende Veränderung: Beschäftigte können die Leistungen nur noch zur Altersvorsorge nutzen. Bestehende Alt-Verträge bleiben gültig, können aber nicht mehr verlängert werden. Wer nach Ablauf in den Genuss von AVWL kommen will, muss einen neuen Vertrag abschließen. Mehr Informationen erhaltet Ihr beim Betriebsrat, bei der Jugendvertretung oder in Eurer IG Metall-Verwaltungsstelle.
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📕 Arbeitsmedizin

Was ist Arbeitsmedizin?

Die Arbeitsmedizin versteht sich als medizinisches Fachgebiet, das sich nicht in erster Linie um die Therapie von Erkrankungen, sondern um die Vorsorge (Prävention) in der Arbeitswelt kümmert.

Womit befasst sich die Arbeitsmedizin?


Arbeitsmedizin befasst sich mit der Untersuchung, Bewertung, Begutachtung und Beeinflussung der Wechselbeziehungen zwischen Anforderungen, Bedingungen, Organisation der Arbeit und dem Menschen.
Arbeitsmedizin ist Teil des Arbeitsschutzes und kann daher auch als "medizinischer Arbeitsschutz" bezeichnet werden.
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📕 Arbeitnehmerhaftung

Was ist Arbeitnehmerhaftung?

Unter Arbeitnehmerhaftung versteht man üblicherweise die Rechtsfolgen von Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers bei seiner beruflichen Tätigkeit.
Verletzen Sie als Arbeitnehmer im Rahmen des Arbeitsverhältnisses schuldhaft die Ihnen obliegenden arbeitsvertraglichen Pflichten - die Arbeitspflicht oder eine der Nebenpflichten (Schutz- und Rücksichtnahmeplichten) - und verursachen dadurch dem Arbeitgeber einen Schaden, können Sie haftend gemacht werden. Der Schaden muss in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen. Grundsätzlich liegt die Beweislast beim Arbeitgeber. Er hat den Beweis zu führen, dass der Arbeitnehmer den Schaden verschuldet hat. Kann er diesen Nachweis nicht führen, haftet er für den Schaden.
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📕 ArbeitnehmerInnen

Wer ist Arbeitnehmer/in?

Die Gesamtheit der unter den persönlichen Geltungsbereich eines Tarifvertrages fallenden ArbeitnehmerInnen umfasst in der Regel gewerbliche ArbeitnehmerInnen (ArbeiterInnen), Angestellte und Auszubildende. Ausgenommen ist meist (entweder teilweise oder aus der Gesamtheit der Regelungen) die Gruppe der leitenden Angestellten. Grundsätzlich können Tarifverträge für alle oder mehrere Arbeitnehmergruppen oder für jede Gruppe einzeln gelten (zum Beispiel Lohn-TV für gewerbliche AN, Gehalts-TV für Angestellte oder Ausbildungsvergütungs-TV für Auszubildende).
Der Begriff Arbeitnehmer/in wird auch verwendet, wenn Tarifverträge nicht (mehr) nach gewerblichen ArbeitnehmerInnen und Angestellten im sozialversicherungsrechtlichen Sinn unterscheiden (zum Beispiel Entgelt-TV für ArbeitnehmerInnen).
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📕 Arbeitsstättenausschuss

Was ist der Arbeitsstättenausschuss?

Der Arbeitsstättenausschuss ist einer von fünf staatlichen Gremien, die sich um den Arbeitsschutz kümmern. In ihnen sind Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitgeber, der Unfallversicherungen, der Länder und der Wissenschaft vertreten.

Was macht der Arbeitsstättenausschuss?

Mit Arbeitsstättenregeln konkretisieren sie die Arbeitsstättenverordnung. Sie legen unter anderem fest, wie warm oder kalt es an einem Arbeitsplatz höchstens sein darf, oder wie groß ein Büro mindestens sein muss. Eigentlich sollten die knapp 20 Regeln bis 2010 verabschiedet sein. Bislang konnte sich der Ausschuss erst auf drei einigen. Für Andrea Fergen von der IG Metall und Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses zeigt das, wie umkämpft die Grenzwerte und Vorgaben sind. Arbeitgeber wollen möglichst wenig konkret regeln. Denn es geht ums Geld.
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📕 Arbeitsunfähigkeit

Wann bin ich arbeitsunfähig?

Sie sind arbeitsunfähig, wenn Sie aufgrund Ihres Gesundheitszustandes Ihre zuletzt ausgeübte oder eine ähnlich geartete Beschäftigung nicht mehr ausüben können. Arbeitsunfähigkeit liegt auch vor, wenn Sie sich im Krankenhaus oder zur medizinischen Rehabilitation befinden.
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📕 Arbeitszeitkonto

Was ist ein Arbeitszeitkonto?

Arbeitszeitkonto ist ein Arbeitszeit-Erfassungssystem.
Hierbei wird auf schriftliche oder elektronische Weise die tatsächlich geleistete Arbeit (inklusive Urlaub, Krankheit, Überstunden etc.) des Mitarbeiters nachgehalten und mit der arbeitsvertraglich oder tarifvertraglich zu leistenden Arbeitszeit verrechnet. Hat der Arbeitnehmer mehr gearbeitet als vertraglich geschuldet, weist das Arbeitszeitkonto ein Guthaben auf, ansonsten ein Defizit.

Wer benutzt Arbeitszeitkonten?

Arbeitszeitkonten werden insbesondere geführt, wenn die tatsächlichen Arbeitszeiten unregelmäßig sind, wie bei Schichtarbeit, oder den schwankenden Anforderungen angepasst wird, wie bei Gleitzeit. Der Arbeitnehmer achtet dann lediglich darauf, sein Arbeitszeitkonto über einen gewissen Zeitraum, in der Regel monatsweise oder jahresweise auf Null zu halten.
Bei den derzeit bestehenden Typen von Arbeitszeitkonten dominieren eindeutig jene, die auf die flexible Verarbeitung von kurz- und mittelfristigen Änderungen der Markt- und Produktionsbedingungen reagieren. Die Flexi-Optionen der Beschäftigten bilden die abhängige Variable, die sich im Regelfall lediglich im vorgegebenen engen Rahmen betrieblicher Anpassungserfordernisse entfalten können. Sehr viel seltener sind dagegen Konzepte, die mithilfe von (langfristigen) Flexi-Angeboten an die Beschäftigten zugleich das Flexibilitätspotential der Betriebe erhöhen wollen. Sie finden sich vornehmlich in Firmentarifverträgen.

Welche Formen der Zeitkonten gibt es?

Es gibt Gleitzeitkonten, Mehrarbeitskonten, Jahresarbeitzeitkonten, Langzeitkonten und Lebensarbeitszeitkonten.
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📕 Aufhebungsvertrag

Was ist ein Aufhebungsvertrag?

In einem Aufhebungsvertrag wird eine einvernehmliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, vertraglich geregelt. Als Arbeitnehmer sollten Sie den Aufhebungsvertrag vor der Unterzeichnung gründlich prüfen, da es kein gesetzliches Widerrufsrecht gibt und der Vertrag in aller Regel nicht rückgängig gemacht werden kann. Wenn unabdingbare gesetzliche Schutzbestimmungen, tarifliche Vereinbarungen oder Betriebsvereinbarungen betroffen sind, sollten Sie den Betriebsrat oder die Mitarbeitervertretung informieren. Da Aufhebungsverträge wie eigene Kündigungen bei der Agentur für Arbeit gewertet werden, drohen immer Sperrfristen der Agentur für Arbeit beim Bezug von Arbeitslosengeld wegen Arbeitsaufgabe.
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📕 Ausbildungsnachweis

Was ist ein Ausbildungsnachweis?

Der Ausbildungsnachweis ist das ausgefüllte Berichtsheft. Dort werden alle Tätigkeiten eingetragen, die die/der Auszubildende während der Berufsausbildung erlernt. Das Führen des Berichtsheftes ist Teil der Ausbildung und darf während der Arbeitszeit erledigt werden.

Warum ist ein Ausbildungsnachweis so wichtig?

Das ordentlich geführte und unterschriebene Berichtsheft ist Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung.
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📕 Ausbildungsvergütung

Wie hoch muss die Ausbildungsvergütung sein?

Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen (§ 17 BBiG). Ab welchem Betrag eine Vergütung angemessen ist, sagt das Gesetz nicht. Gibt es einen Tarifvertrag ist die Sache einfach: Findet ein Tarifvertrag auf das Ausbildungsverhältnis Anwendung, gilt die darin vereinbarte Ausbildungsvergütung stets als angemessen. Kompliziert wird es dann wenn keine Tarifvertrag besteht: Besteht keine Tarifbindung ist die Ausbildungsvergütung frei aushandelbar.
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📕 Ausbildungsvertrag

Was ist ein Ausbildungsvertrag?

Den Ausbildungsvertrag muss der Arbeitgeber der/der Auszubildenden vor Beginn der Ausbildung schriftlich vorlegen. Der Ausbildungsvertrag wird von beiden Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) unterschrieben. Er regelt die Bedingungen unter denen die Ausbildung absolviert wird.

Welche Punkte muss der Ausbildungsvertrag mindestens enthalten?

  • Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung (in Form eines beiliegenden Ausbildungsplans oder Ausbildungsrahmenplans)
  • Beginn und Dauer der Berufsausbildung
  • Ausbildungsmaßnahmen, die außerhalb der Ausbildungsstätte stattfinden
  • Dauer der Probezeit
  • Dauer des Urlaubs
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit
  • Zahlung und Höhe der Vergütung
  • Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann
  • Hinweise auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwenden sind.


Wer ist Arbeitgeber in der Ausbildung?

Die Arbeitgeberseite ist immer der Vertragspartner, mit dem der Ausbildungsvertrag unterzeichnet wird - also der Betrieb bei einer dualen Ausbildung, der Bildungsträger bei einer außerbetrieblichen Ausbildung oder die Schule bei einer vollzeitschulischen Ausbildung. Für einige vollzeitschulische Ausbildungen, die von Berufsschulen und Oberstufenzentren angeboten werden, wird kein Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dann gilt die/der Auszubildende als Schülerin bzw. Schüler und kein Azubi.
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📕 Ausgleichsquittung

Was ist eine Ausgleichsquittung?

Ausgleichsquittung nennt man das Schriftstück, das Ihnen Ihr Arbeitgeber beim Ausscheiden aus dem Unternehmen zur Unterschrift vorlegt. Sie sollen damit zum Beispiel den Erhalt Ihrer Arbeitspapiere bestätigen oder dass Sie keine Ansprüche mehr an das Unternehmen haben.
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📕 Außertarifliche Bezahlung

Was ist außertarifliche Bezahlung (AT)?

Als "außertariflich" gilt derjenige, der
  • eine Aufgabe hat, die höhere Anforderungen stellt, als sie für die höchste Tarifgruppe definiert ist und
  • ein Gehalt deutlich oberhalb dieser Tarifgruppe erhält.
In vielen IG Metall-Tarifverträgen ist festgelegt, wer als AT gilt.

Was ist zu beachten?

Überstunden sind meist mit einem AT-Vertrag abgegolten. Nach den IG Metall-Tarifverträgen sind meistens 35 Stunden pro Woche geregelt. Falls ein Vertrag mit einer 40-Stunden- Woche angeboten wird, muss das Jahresentgelt in der Regel auf 40 Stunden hochgerechnet werden.

Bekomme ich auch Entgelterhöhungen nach Tarifrunden?

Tariferhöhungen gibt es bei einem AT-Vertrag nicht. Trotzdem haben Sie Einfluss auf das Gehalt eines AT-Mitarbeiters: Wenn das Entgelt der höchsten Tarifgruppe durch eine Tariferhöhung steigt, wird damit die Berechnungsgrundlage für einen AT-Mitarbeiter angehoben.
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📕 Bagatellkündigung

Bagatellkündigung.

Nein, es ist keine Bagatelle, dem Chef 1,30 Euro zu unterschlagen. Aber es ist auch kein zwingender Grund für eine Kündigung. Mit seiner Entscheidung im Fall "Emmily" hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) seine bisherige Rechtsprechung geändert. Galt bislang oft der Grundsatz: "Wer stiehlt, fliegt." heißt es nun: "Kommt drauf an." Im Fall der Kassiererin entschieden die Richter, dass ihr Arbeitgeber sie weiter beschäftigen muss. Schließlich arbeitete sie 31 Jahre bei ihm. Vertrauen, das in so langer Zeit gewachsen ist, kann nicht vollständig durch das unerlaubte Einlösen von Pfandbons über 1,30 Euro eingebüßt werden.

Kein Freibrief

Dieses Urteil ist kein Freibrief für kleine Straftaten am Arbeitsplatz. Auch wer kleinere Schäden anrichtet, riskiert seinen Job. Das Urteil bedeutet aber auch, dass bei einer Kündigung alle Interessen abgewogen werden müssen. Selbst dann, wenn ein Arbeitnehmer tatsächlich gestohlen hat. Denn dem Schaden und Vertrauensverlusts des Arbeitgebers stehen die schwerwiegenden Folgen für den Gekündigten gegenüber. Ob eine Kündigung gerechtfertigt ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Delikt den Kernbereich der Arbeitsaufgaben berührt und ob es sich eignet, das erworbene Vertrauen endgültig zu zerstören. Im Fall "Emmily" entschied das Gericht: 31 Dienstjahre ohne Fehltritt wiegen schwerer als ein unerlaubt eingelöster Pfandbon. Eine Abmahnung reiche aus. Die Entscheidung des BAG wirkt sich übrigens nicht nur auf Diebstähle aus. Auch vor anderen verhaltensbedingten Kündigungen - wie etwa bei Rangeleien oder Beleidigungen - müssen alle Umstände berücksichtigt werden.
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📕 Befristung

Was ist eine Befristung?

Wenn ein Arbeitsvertrag auf bestimmte Zeit abgeschlossen wird, handelt es sich um einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Befristung muss schriftlich festgehalten werden. Arbeitsverträge können mit und ohne sachliche Gründe befristet werden. Ohne sachliche Gründe können sie jedoch nur für zwei Jahre abgeschlossen werden.

Hintergrund

Zukunftspläne schmieden wird für viele Menschen immer schwieriger. Der Planungshorizont reicht oft nur noch bis zum Ende des Arbeitsvertrags, und das ist für fast jeden 10. Arbeitnehmer inzwischen absehbar. Fast neun Prozent der Erwerbstätigen zwischen 15 und 65 Jahren hatten 2008 einen befristeten Arbeitsvertrag. Das meldete das Statistische Bundesamt. Damit erreichte diese Zahl nach 1991 einen neuen Höchststand. Damals hatten nur sechs Prozent einen Job auf Zeit.
Möglich machten den Boom der befristeten Verträge mehrere Gesetzesänderungen seit Mitte der 90er-Jahre. Sie erleichtern es Arbeitgebern, Beschäftigte über längere Zeit befristet einzustellen. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz gibt es zwei Möglichkeiten, Arbeitnehmer nur für eine bestimmte Zeit einzustellen. Es kann erstens sachliche Gründe dafür geben. So kann ein Arbeitgeber einen Beschäftigten nicht unbefristet einstellen, wenn er eine Schwangerschaftsvertretung braucht. Auch bei Projekten, für die bestimmte Qualifikationen nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt werden, ist eine Befristung nachvollziehbar.
Der Gesetzgeber hat zudem die Möglichkeit der "sachgrundlosen Befristung" geschaffen und sie seit Mitte der 90er-Jahre erweitert. Inzwischen können Arbeitgeber, Beschäftigte ohne Angabe von Gründen bis zu zwei Jahre befristet einstellen. Dabei dürfen sie den Vertrag innerhalb der zwei Jahre dreimal verlängern. Das Arbeitsverhältnis darf aber nicht unterbrochen werden, auch nicht für einen Tag.
Die IG Metall hat Lockerungen bei Befristungen immer kritisiert. Damit erreiche der Gesetzgeber nur ein Ziel: Der Kündigungsschutz wird ausgeschaltet. Eine Befristung, für die es keinen Sachgrund gibt, ist aus Sicht der IG Metall überflüssig und nichts anderes als eine verlängerte Probezeit.
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📕 Berufsschule

Was ist eine Berufsschule?

Im Dualen System lernen Auszubildende im Betrieb oder Unternehmen sowie in der Berufsschule. Aber auch Auszubildende in anderen Modellen müssen in die Berufsschule. Die Berufsschule hat die Aufgabe, das im Betrieb oder beim Bildungsträger erlangte Wissen zu vertiefen und auszubauen.

Wie überprüfe ich die Qualität der Berufsschule?

  • Sind die Schulbücher inhaltlich gut und auf dem neuesten Stand?
  • Sind die Inhalte des Unterrichts und der praktischen Ausbildung gut aufeinander abgestimmt?
  • Gibt es für den Unterricht ausreichend viele Lehrmittel?
  • Werden alle Inhalte des Rahmenlehrplans abgedeckt?
  • Fallen viele Unterrichtsstunden aus?

Wenn die Berufsschule Mängel aufweist, können sich Auszubildende an ihre IG Metall vor Ort wenden. Dort erhalten sie Rat.
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📕 Beschäftigungssicherung

Was versteht man unter Beschäftigungssicherung?

Beschäftigungssicherung bezeichnet alle Formen der Sicherung von Arbeitsplätzen in den Betrieben durch betriebliche oder tarifliche Regelungen.

Welche Formen der Beschäftigungssicherung gibt es?

Es gibt "harte" Regelungen, nach denen eine feste Anzahl von Arbeitsplätzen im Betrieb erhalten bleiben muss. Häufiger wird der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für einen bestimmten Zeitraum vereinbart. "Sozialverträglicher" Abbau, etwa über freiwilliges Ausscheiden, Altersübergänge oder Einstellungsstopp ist dann jedoch möglich. In der derzeitigen Krise überwiegen "weiche" Regelungen wie die Kurzarbeit oder abgesenkte Arbeitszeit nach dem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung. Sie können Kündigungen kurzfristig vermeiden, schließen diese jedoch nicht aus.
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📕 Betriebsrat

Was ist ein Betriebsrat?

Betriebsräte vertreten die Arbeitnehmer im Betrieb. Bei Einstellungen, Entlassungen oder Veränderungen der Betriebsorganisation können sie mit entscheiden. Auch in alltäglichen Fragen bestimmen Betriebsräte mit - ob es um Parkordnung oder Rauchverbot geht. Die Mitwirkungsrechte sind unterschiedlich stark ausgeprägt: vom Anspruch auf Information bis zum definitiven Vetorecht.

Was machen Betriebsräte?

Betriebsräte sind heute nicht mehr nur Vertreter der Arbeitnehmer. Sie sind Moderatoren, die das Wissen der Belegschaft transportieren und so das Unternehmen stützten können. Auch wenn alles gut läuft im Unternehmen, sind Betriebsräte wichtig. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber achten sie auf viele Dinge, die das Arbeitsleben der Angestellten beeinflussen:
  • Einstellungen, Versetzungen, Kündigungen
  • Einsicht in die Bilanzen, wenn Arbeitsplätze bedroht sind durch wirtschaftliche Schieflache
  • Lösungen zur Arbeitszeit, die den Arbeitnehmern zugute kommen
  • Alltägliches wie Parkplätze, Rauchverbot, Radio hören
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📕 Betriebsrätegesetz

Was ist das Betriebsrätegesetz?

Am 4. Februar 1920 wurde erstmals eine gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer rechtlich verankert. Das Betriebsrätegesetz forderte für Betriebe mit mehr als zwanzig Beschäftigten einen Betriebsrat. Die Arbeit des Betriebsrats beschränkte sich jedoch auf soziale und beratende Funktionen, eine Mitbestimmung in wirtschaftlichen Angelegenheiten sah das Gesetz nicht vor.
Zwei Jahre später folgte dann das "Gesetz über die Entsendung von Betriebsräten in den Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaften". 1922 galten also für Betriebsratsmitglieder die gleichen rechtlichen Regelungen wie für alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats.
Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wurde das Betriebsrätegesetz 1934 ausser Kraft gesetzt und durch das "Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" ersetzt. Adolf Hitler sollte nicht nur militärisch, sondern in allen politischen und rechtlichen Gebieten die oberste Befehlsgewalt haben, ohne kontrollierende Instanzen. Das Führerprinzip ordnete alles und jeden ohne Einschränkung den Entscheidungen Hitlers unter.
Mit dem Ende der Hitler-Diktatur wurde im April 1946 durch die Alliierten das "Kontrollratsgesetz 22" geschaffen. Die Betriebsräte in Deutschland durften ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das "Kontrollratsgesetz" orientierte sich am Betriebsrätegesetz von 1920 und setzte die Rahmenbedingungen für eine Betriebsverfassung.

Am 14. November 1952 trat schließlich das Betriebsverfassungsgesetz in Kraft.
Eine erste grundlegende Reform folgte 1972. Das Gesetz ist seitdem in zahlreichen Punkten überarbeitet und angepasst worden, zuletzt mit der Novellierung vom 27. Juli 2001.
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📕 Betriebsratswahl

Betriebsratswahl.

Ein Betriebsrat ist in allen Betrieben ab fünf wahlberechtigten Beschäftigten wählbar. Betriebsratswahlen finden regelmäßig alle vier Jahre statt - das nächste Mal in den kommenden Wochen. Betriebe, die noch keinen Betriebsrat haben, können jederzeit erstmals wählen.

Organisation

Wahlberechtigt sind alle zum Betrieb gehörenden Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion - auch Beschäftigte im Außendienst sowie Leihbeschäftigte, die seit mindestens drei Monaten im Betrieb sind. Kandidieren dürfen nur Beschäftigte, die dem Betrieb seit mindestens sechs Monaten angehören. Wenn bereits ein Betriebsrat (oder ein Konzern- oder Gesamtbetriebsrat) besteht, setzt dieser vier, ab 51 Beschäftigten zehn Wochen vor Ende der Amtszeit einen Wahlvorstand aus drei wählbaren Beschäftigten ein, der die Wahl organisiert: Termine, Ausschreiben, Wähler- und Kandidatenlisten - und mehr. Ansonsten können auch drei wahlberechtigte Beschäftigte oder eine Gewerkschaft mit Mitgliedern im Betrieb zur Wahlversammlung einladen. Dort wählen die Beschäftigten dann den Wahlvorstand.

Wahl ist Grundrecht

Die Betriebsratswahl ist gesetzlich geschützt. Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern oder beeinflussen. Mitglieder des Wahlvorstands und Kandidaten sind vor Kündigung geschützt, ebenso wie die späteren Betriebsrats- Mitglieder. Geschützt sind auch die drei einladenden Beschäftigten - aber nur eingeschränkt: ab Aushang der Einladung bis zum Ergebnis. Deshalb: Vorsicht. Und unbedingt mit Gewerkschaft. Auch die Beschäftigten der IG Metall wählen jetzt wieder ihren Betriebsrat. Denn: Mit Betriebsrat geht es besser. Nur wer wählen geht, sorgt für gelebte Demokratie. Kreuzchen machen! Weitere Informationen zur Betriebsratswahl und zahlreiche Praxisbeispiele gibt es auf www.igmetall.de/br-wahlen2010.
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📕 Betriebsübergang

Was ist ein Betriebsübergang?

Beim Betriebsübergang wechselt der Inhaber eines Betriebs oder eines Betriebsteils. Zwar behalten die Arbeitnehmer, die auf den neuen Betriebsinhaber übergehen, alle Rechte aus ihrem Arbeitsverhältnis. Trotzdem entstehen Risiken für die betroffenen Arbeitnehmer. Der Tarifbereich kann sich ändern. Die Anwendbarkeit von Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen kann in Frage gestellt sein. Manchmal versucht ein Arbeitgeber, sich dem Tarifvertrag mit Hilfe eines Betriebsübergangs zu entziehen. Diese für die Beschäftigten besondere Situation des Betriebsübergangs regelt § 613a BGB. Er zielt darauf ab, den sozialen Besitzstand der Arbeitnehmer zu erhalten und ihnen einen lückenlosen Bestandsschutz zu gewähren. Doch § 613a gibt den Arbeitnehmer nur einen sehr unvollkommenen Schutz. Soweit ein Betriebsrat existiert, sollte dieser versuchen, den gesetzlichen Mindestschutz nachzubessern. So kann etwa vereinbart werden, betriebsbedingte Kündigungen für einen gewissen Zeitraum nach dem Übergang auszuschließen.

Tipps für betroffene Arbeitnehmer

  • Arbeitnehmer können nicht gezwungen werden, durch einen Betriebsübergang auf einen anderen Inhaber zu wechseln. Sie können dem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses widersprechen.
  • Bei rechtzeitigem Widerspruch geht das Arbeitsverhältnis nicht auf den Betriebserwerber über, sondern er bleibt weiterhin Arbeitnehmer des Betriebsveräußerer. Dadurch besteht für den widersprechenden Arbeitnehmer aber das Risiko einer betriebsbedingten Kündigung.
  • Der Übergang der Arbeitsverhältnisse auf einen neuen Arbeitgeber bedeutet nicht, dass die Arbeitnehmer auch einen neuen Arbeitsvertrag erhalten. Sie sollten sich auch weigern, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, denn der wird häufig schlechter sein als der alte Arbeitsvertrag.
  • Ansprüche der Beschäftigten auf betriebliche Altersversorgung gehen auf den Erwerber über.
  • Es bietet sich an, eine Überleitungsbetriebsvereinbarung für die Betriebsvereinbarungen abzuschließen oder einen Überleitungstarifvertrag zu vereinbaren, wenn sich der Tarifbereich ändert. Denn Inhalte von Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen können ein Jahr nach dem Betriebsübergang geändert werden. Mit einem Streik können die Beschäftigten versuchen, beim Erwerber einen Haustarifvertrag oder Tarifbindung durchzusetzen.
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📕 Betriebsvereinbarung

Was ist eine Betriebsvereinbarung?

Im Gegensatz zu Tarifverträgen werden Betriebsvereinbarungen von den Betriebsparteien, dem Betriebsrat und dem einzelnen Arbeitgeber, abgeschlossen. Gegenstand von Betriebsvereinbarungs-Regelungen können die Arbeitsbedingungen im Betrieb oder auch Entgelte sein, soweit diese nicht durch Tarifverträge geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden (Tarifvorrang). Eine Betriebsvereinbarung kann sich auch auf die Umsetzung oder Konkretisierung tariflicher (Rahmen-)Regelungen beziehen.
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📕 Betriebsverfassungsgesetz

Was ist das Betriebsverfassungsgesetz ?

Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ist die rechtliche Grundlage für die betriebliche Mitbestimmung von Betriebsrat und Jugend und Auszubildendenvertretung.

Was regelt das Betriebsverfassungsgesetz?

Das Betriebsverfassungsgesetz regelt die Wahl der Interessenvertretungen sowie deren Aufgaben und Rechte.

Inhalte

Das BetrVG ist in acht Abschnitte unterteilt. Zum Beispiel "Allgemeine Vorschriften", "Betriebsrat, Betriebsversammlung, Gesamt- und Konzernbetriebsrat" und "Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer". Diese Gesetze ordnen das Verhältnis zwischen der Arbeitnehmervertretung und dem Arbeitgeber. Beide Seiten müssen sich daran halten. Für einen Betriebsrat ist damit geregelt, welche Anhörungsrechte er hat (etwa bei einer Kündigung), welche Informationsrechte er hat (zum Beispiel beim Bau einer neuen Produktionsanlage) und welche zwingenden Mitbestimmungsrechte er hat.
Letztere sind besonders wichtig, weil der Arbeitgeber im Rahmen dieser Mitbestimmung zur Durchsetzung einer Maßnahme die positive Zustimmung des Betriebsrates braucht. Zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber möchte, dass Überstunden gemacht werden.
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📕 Bewerbung

Was ist eine Bewerbung?

Mit einer Bewerbung bekundet ein Arbeitnehmer gegenüber einem Betrieb oder Unternehmen sein Interesse an einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Bewerbungen erfolgen in der Regel schriftlich oder online, zunehmend auch über Bewerberdatenbanken.
Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Bewerbung finden Sie hier.
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📕 Bewerbungsurlaub

Was ist Bewerbungsurlaub?

Um möglichst schnell einen neuen Job zu finden, können gekündigte Arbeitnehmer Bewerbungsurlaub in Anspruch nehmen. In dieser Zeit können Sie Vorstellungsgespräche und Bewerbertests absolvieren oder auch das Arbeitsamt aufsuchen.
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📕 Bildungsurlaub

Was ist Bildungsurlaub?

In den meisten Bundesländern wird ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit geboten, sich für eine bestimmte Zeit von ihrer Berufstätigkeit freistellen zu lassen, um Gelegenheiten zur Weiterbildung wahrzunehmen. Dies wird als "Bildungsurlaub" beziehungsweise "Bildungsfreistellung" bezeichnet.
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📕 Diversity Managemen

Was ist Diversity Management?

Diversity Management ist ein Konzept zur Unternehmensführung, das die Unterschiede der Beschäftigten nach Alter, Herkunft oder Geschlecht berücksichtigt und versucht, zum Vorteil aller Beteiligten im Betrieb zu nutzen. Diversity, zu deutsch Vielfalt, bedeutet in erster Linie, die Unterschiedlichkeit, Andersartigkeit und Individualität anzuerkennen. Dazu gehören zunächst die offensichtlichen Unterschiede wie die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, die Hautfarbe, die Geschlechts- und Altersgruppe. Die weniger offensichtlichen Merkmale können unterschiedliche Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster sein.

Woher kommt Diversity Management?

"Anders" zu sein war oft gleichbedeutend damit, Defizite zu haben. Von diesem alten Denk- und Handlungsmuster verabschieden sich immer mehr, vor allem global tätige, Unternehmen. Dass Arbeitnehmer unterschiedlich sind, ist offensichtlich und muss keineswegs ein Defizit bedeuten. Das haben auch viele Arbeitgeber in Deutschland erkannt, die sich verstärkt mit der Vielfalt und den Unterschieden innerhalb ihrer Belegschaften auseinandersetzen.

Wie wird Diversitys Management umgesetzt?

In den meisten Fällen schließen Unternehmen per Betriebsvereinbarung "Diversity-Richtlinien" oder "Diversity-Management-Programme" ab. Darin bekennt sich ein Betrieb etwa zu Respekt, Wertschätzung und Förderung aller Beschäftigten, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder ethnischer Herkunft. Das Unternehmen verpflichtet sich, ein Arbeitsumfeld ohne Vorurteile zu schaffen. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Frauen im Management oder Mitarbeiter über 45 sowie die Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung, können unter dem Begriff "Diversity Management" zusammengefasst werden. Denn wenn die unterschiedlichen Beschäftigten besser in das Unternehmen integriert sind, steigt auch ihre Motivation und Zufriedenheit. Es gibt weniger Reibungsverluste durch Diskriminierung, was sich für Unternehmen nicht zuletzt kostensenkend auswirken kann. So haben beispielsweise die Ford- Werke in Köln ein türkisches Mitarbeiter-Netzwerk gegründet. Die "Turkish Resource Group" will türkische und deutsche Mitarbeiter und Kunden in Deutschland und der Türkei ansprechen, um die Marke Ford noch attraktiver zu machen.
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📕 Easy Economy

Easy Economy.

Der Büroalltag von morgen wird heute schon mancherorts praktiziert: Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr. Wer nicht gerade auf Dienstreise ist und die Firma betritt, holt sich seinen Rollcontainer mit Laptop und persönlichen Unterlagen. Der Beschäftigte geht an einen freien Schreibtisch. Vorbei sind die Zeiten, in denen Grünpflanzen und das persönliche Familienfoto den eigenen Schreibtisch schmückten, denn den gibt es nicht mehr. Auch der tägliche vertraute Umgang mit denselben Kollegen ist vorbei. Easy Economy heißt diese neue Form der Arbeitsorganisation nach dem Grundprinzip: Es ist egal, wer wann wo arbeitet, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Easy Economy stellt die traditionellen Arbeitsmodelle vor allem im Angestelltenbereich in Frage, die sich durch starre Anwesenheitspflicht, Acht- Stunden-Tag und lange Meetings auszeichnen. Formuliert wurde der Begriff (auf Deutsch: "einfache Wirtschaft") 2008. Vor allem in IT-Unternehmen wie IBM, bei Versicherungen und Beratungsfirmen wird Easy Economy angewandt. Auch kleinere Unternehmen testen diese Arbeitsform für bestimmte Abteilungen wie Außendienst und Entwicklung, weil sie glauben, Effizienz steigern und Kosten drücken zu können.

Moderne Nomaden

Easy Economy klingt jedoch einfacher und harmloser als es ist. Arbeitszeitforscher warnen vor den Schattenseiten, den psychischen Belastungen und sozialen Konsequenzen. Arbeitnehmer können durch flexibles Arbeiten zerrieben werden. Freizeit und Arbeitszeit vermischen sich immer mehr. Die Gefahr ist groß, dass Menschen keine richtigen Entspannungszeiten mehr haben und arbeiten bis zum Umfallen. Die Anonymität steigt, Beschäftigte werden - überspitzt formuliert - zu Arbeitsnomaden in einer globalisierten Welt.
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📕 EBR-Richtlinie

Was ist die EBR-Richtlinie?

Die EBR-Richtlinie (94/45 EG) schaffte 1994 den Rahmen für eine grenzübergreifende Arbeitnehmervertretung in Europa. Seither haben Arbeitnehmervertreter Anspruch, einen Europäischen Betriebsrat (EBR) zu gründen. Gegenüber dem Arbeitgeber hat der EBR ein Informations- und Anhörungsrecht.

Neufassung der EBR-Richtlinie

Da die Richtlinie sich in der Praxis als zu schwammig erwiesen hat, wurde im Dezember 2008 neu formuliert. Die neue Richtlinie (2008/38 EG) enthält Mindestvorschriften zu den Aufgaben des EBR und definiert etwa "Information" und "Anhörung" besser. So muss die Information es dem EBR ermöglichen, eine Angelegenheit gründlich zu überprüfen. Und er muss so rechtzeitig und angemessen angehört werden, dass der Arbeitgeber seine Stellungnahme berücksichtigen kann. Nach der Neufassung haben EBR-Mitglieder nun Anspruch darauf, für Qualifizierungen bezahlt freigestellt zu werden. Außerdem will die EU die Abstimmung zwischen den nationalen und europäischen Ebenen der Arbeitnehmervertretung klarer regeln. Auf diese Rechte können sich alle bestehenden EBR berufen, die sich nach 1996 gegründet haben.

Was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich ist die neugefasste Richtlinie erst nach ihrer Umsetzung in nationalem Recht anwendbar (5. Juni 2011). Vorsicht bei laufenden Verhandlungen oder Überarbeitungen von EBR-Vereinbarungen. Fragen Sie hier am besten bei Ihrer IG Metall vor Ort oder unserem EBR-Team nach.
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📕 Effektivlohn

Was ist ein Effektivlohn?

Der Effektivlohn ist der tatsächlich erzielte Arbeitsverdienst, der sich aus der tariflichen Grundvergütung, den sonstigen tariflichen Leistungen (z.B. Zulagen/Zuschläge) sowie übertariflichen Einkommensbestandteilen zusammensetzt.
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📕 Eingruppierung

Was heißt Eingruppierung?

Über eine Eingruppierung werden Sie zu den im Tarifvertrag vorgegebenen Lohn-, Gehalts- oder Entgeltgruppen entsprechend der von Ihnen ausgeübten Tätigkeit zugeordnet. Gegebenenfalls auch zu den infrage kommenden Stufen innerhalb der Gruppe.

Wie finde ich heraus, wo ich eingruppiert bin?

Fragen Sie am besten Ihren Betriebsrat oder Ihre IG Metall vor Ort. Beide haben genaue Kenntnis über den für Sie geltenden Tarifvertrag und können gemeinsam mit Ihnen Ihre Eingruppierung identifizieren.
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📕 ELStAM

Elektronische-Lohn-Steuer-Abzugs-Merkmale (ELStAM).

Nach 85 Jahren ist Schluss: Die Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient. Neue werden nicht mehr verschickt. Der Karton wird 2012 durch das Verfahren "Elektronische-Lohn-Steuer-Abzugs- Merkmale", kurz ELStAM, ersetzt. Weil sich das jedoch verzögert, bleibt die Karte von 2010 samt aller Abzugsmerkmale auch 2011 gültig. Sie ist nur dann anzupassen, wenn sich der Kinderfreibetrag oder andere Freibeträge (wie etwa die Kilometerpauschale), ändern oder man in eine höhere Steuerklasse rutscht. Für alle Änderungen auf der Lohnsteuerkarte ist jetzt das Finanzamt zuständig und nicht mehr die Gemeinde.

Der Übergang

Wer 2011 den Arbeitgeber wechselt nimmt die alte Karte einfach mit. Wer erstmals eine Steuerkarte benötigt, erhält vom Finanzamt eine Ersatzbescheinigung. Ausnahme: Ledige, die 2011 ein Ausbildung beginnen. Sie stuft der Arbeitgeber automatisch in Steuerklasse I, wenn Azubis ihre Steuer-Identifikationsnummer (IdNr.), das Geburtsdatum sowie die Religionszugehörigkeit mitteilen und gleichzeitig schriftlich bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. 2012 soll dann ELStAM starten. Eine Datenbank, in der Finanzämter Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, sonstige Freibeträge sowie Religionszugehörigkeit von Beschäftigten speichern und sie Arbeitgebern elektronisch übermitteln. Um ELStAM abrufen zu können, müssen sich Betriebe über ein Online-Portal registrieren sowie die IdNr. und das Geburtsdatum des Arbeitnehmers eingeben. Bei bestehenden Beschäftigungsverhältnissen hat der Arbeitgeber diese Infos bereits. Übrigens: ELStAM-Daten abrufen darf nur der aktuelle Arbeitgeber. Bei einem Jobende oder -wechsel erlischt die Berechtigung.
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📕 ELENA

Elektronischer Entgeltnachweis (ELENA).

Wer glaubt, hinter dem Namen Elena stecke eine hübsche Blondine, der irrt. Das Kürzel "Elena" steht für Elektronischer Entgeltnachweis. Das Verfahren soll ermöglichen, dass sich Beschäftigte ab 2012 nicht mehr an ihren Arbeitgeber wenden müssen, wenn sie einen Gehaltsnachweis benötigen. Zum Beispiel weil sie staatliche Leistungen wie Sozialhilfe, Wohn- oder Elterngeld beantragen. Darum melden seit Januar alle Arbeitgeber die Entgeltdaten von etwa 40 Millionen Beschäftigten gemäß einer Liste an die Zentrale Speicherstelle (ZSS).

60 Seiten sensible Daten

Neben den Gehaltsangaben durch den Arbeitgeber, entpuppt sich Elena als neugierige, sammelwütige Datenkrake. Die Liste hat etwa 60 Seiten und umfasst auch Angaben zu Abmahnungen oder Streikteilnahmen. Das stößt bei Gewerkschaftern auf heftige Kritik. Denn während bestimmte Angaben lediglich über das Eingeben eines Häkchens zu beantworten sind, hat der Arbeitgeber beim Streik formlose Erläuterungen zu verfassen. Und zwar, ob die Teilnahme eines streikenden Beschäftigten rechtmäßig war oder als Vertragsbruch einzustufen ist.
Andererseits wird bei der Frage nach unbezahlten Fehlzeiten nicht unterschieden zwischen unentschuldigtem Fehlen und unbezahltem Urlaub, beispielsweise wegen der Pflege eines kranken Kindes. "Diese Sammelwut ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung der Betroffenen", sagt IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.
Das Gesetz ist zwar in Kraft. Details müssen aber noch beschlossen werden. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will jetzt die Erfassung bei den Streikzeiten ändern. Das geht Urban nicht weit genug. Er fordert, auch bei den Fehlzeiten und Abmahnungen Korrekturen.
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📕 Elternzeit

Was bedeutet Elternzeit?

Elternzeit ist der Anspruch gegen den Arbeitgeber auf (unbezahlte) Freistellung von der Arbeit zur Betreuung und Erziehung von Kindern. Sie kann von Müttern und Vätern während der ersten drei Lebensjahre des Kindes geltend gemacht werden.

Ihr Vorteil:

Sie können bis zu drei Jahre lang ganz oder teilweise aus dem Berufsleben aussteigen, um sich der Betreuung und Erziehung Ihres Kindes zu widmen. Nach dieser Zeit lebt ihr ursprüngliches Arbeitsverhältnis wieder auf. D.h. Sie haben ein Recht darauf, von Ihrem Arbeitgeber weiterbeschäftigt zu werden, und zwar in einer Ihrer früheren Arbeitsstelle vergleichbaren Position. Außerdem genießen Sie für die Dauer der Elternzeit einen besonderen Kündigungsschutz. Rechtsgrundlage der Elternzeit ist das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG).

Wer kann Elternzeit in Anspruch nehmen?

Anspruch auf Elternzeit haben Mütter und Väter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen und Zeit in die Betreuung und Erziehung eines Kindes investieren, mit dem sie in einem gemeinsamen Haushalt leben. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um ein leibliches Kind handelt oder um ein Adoptiv-, Stief- oder Pflegekind. Auch als Großeltern, Geschwister, Tanten oder Onkel können Sie Elternzeit beanspruchen, wenn Sie sich um ein verwandtes Kind kümmern, dessen leibliche Eltern die Betreuung nicht übernehmen können.
Ebenfalls gleichgültig ist, in welcher Art von Arbeitsverhältnis Sie stehen. Wer Teilzeit oder geringfügig beschäftigt ist, hat genauso Anspruch auf Elternzeit wie Vollzeit-Erwerbstätige. Das gleiche gilt für befristet Beschäftigte. Auch sie haben Anspruch auf Elternzeit. Allerdings hat die Elternzeit keine aufschiebende Wirkung für die Befristung. Das bedeutet: Läuft das befristete Arbeitsverhältnis während der Elternzeit aus, so entfällt in diesem Fall der Anspruch auf "Wiederaufleben" des alten Arbeitsverhältnisses.

Wie lange kann ich Elternzeit in Anspruch nehmen?

Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes, und zwar für jeden Elternteil. Bei Frauen werden die Mutterschutzfristen auf die Elternzeit angerechnet. Wie Sie die Elternzeit als erwerbstätiges Paar aufteilen, bleibt ganz Ihnen überlassen: Alle beide, nur einer, nacheinander, im Wechsel oder gleichzeitig - alles ist denkbar.
Ein Teil der dreijährigen Elternzeit, nämlich bis zu zwölf Monate, kann mit Zustimmung des Arbeitgebers auch auf die Zeit bis zum achten Geburtstag des Kindes übertragen werden. Dazu ein Beispiel: Sie nehmen zunächst Elternzeit bis zum zweiten Geburtstag Ihres Kindes. Das dritte Jahr Elternzeit nehmen Sie, weil Ihr Arbeitgeber dem zugestimmt hat, erst im Jahr der Einschulung Ihres Kindes.
Als Adoptiv- oder Pflegeeltern können Sie die dreijährige Elternzeit ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes geltend machen, längstens bis zu dessen achten Geburtstag.

Wann und wo muss ich Elternzeit beantragen?

Wenn Sie als Mutter oder Vater Elternzeit geltend machen möchten, müssen Sie dies spätestens sieben Wochen vor dem gewünschten Beginn schriftlich bei Ihrem Arbeitgeber anmelden. Mit der schriftlichen Anmeldung legen Sie verbindlich fest, für welche Zeiträume Sie innerhalb der ersten zwei Lebensjahre Ihres Kindes Elternzeit beanspruchen.
Ob und zu welchem Zeitpunkt Sie das dritte Elternzeitjahr in Anspruch nehmen, können Sie später entscheiden. Auch hier ist dann eine siebenwöchige Anmeldefrist zu wahren. Zwei Dinge gilt es jedoch zu beachten:
  • Bis Ihre Kind drei Jahre alt ist, können Sie Elternzeit ohne die Zustimmung Ihres Arbeitgebers nehmen, Sie müssen diese nur fristgerecht anmelden. Wenn Sie das dritte Elternzeitjahr jedoch ganz oder teilweise auf einen späteren Zeitraum "verschieben""möchten, bedarf dies der Zustimmung des Arbeitgebers.
  • Streng nach Gesetz dürfen Sie die Elternzeit nur auf zwei Zeitabschnitte verteilen, wobei die "Verschiebung" des dritten Jahres als ein Zeitabschnitt gezählt wird. Bei einer Aufteilung auf mehr als zwei Zeitabschnitte muss der Arbeitgeber zustimmen.
Gleichgültig wie Sie Ihre Elternzeit planen, lassen Sie sich die angemeldeten Zeiträume in jedem Fall von Ihrem Arbeitgeber bescheinigen.

Darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Ja, Sie dürfen. Während der Elternzeit können Sie bis zu 30 Stunden wöchentlich arbeiten. Die Verringerung Ihrer Arbeitszeit müssen Sie mindestens sieben Wochen vor ihrem geplanten Beginn beantragen. Sie können den Antrag auf Teilzeit in der Elternzeit gleichzeitig mit der Elternzeit beantragen, müssen dies jedoch nicht tun. Es ist durchaus denkbar, dass Sie zunächst nur die Elternzeit anmelden und sich ganz freistellen lassen, um erst einmal "zu schauen wie es läuft". Sobald Sie dann wissen, ob und wie viel Sie während Ihrer Elternzeit arbeiten können und wollen, stellen Sie einen Antrag auf Teilzeit.
Alternativ können Sie die Teilzeitbeschäftigung auch bei einem anderen Arbeitgeber ausüben oder selbstständig arbeiten. In diesen Fällen muss Ihr Arbeitgeber jedoch zustimmen.

Ihr Arbeitgeber lehnt es ab, Sie Teilzeit zu beschäftigen?

Eine Ablehnung durch den Arbeitgeber muss innerhalb von vier Wochen und schriftlich erfolgen. Unter den folgenden Voraussetzungen haben Sie einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit:
  • Ihr Arbeitgeber hat mehr als 15 Beschäftigte (ohne Azubis).
  • Sie selbst sind seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen beschäftigt.
  • Sie möchten mindestens 15 Stunden (maximal 30 Stunden) pro Woche arbeiten.
  • Sie beantragen die Teilzeitbeschäftigung mindestens sieben Wochen vor ihrem geplanten Beginn.
  • Der Teilzeitbeschäftigung stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen.
Am besten, Sie holen sich in diesem Fall Hilfe von Ihrem Betriebsrat oder wenden sich an die zuständige IG Metall-Verwaltungsstelle.

Was passiert mit meinem Urlaub?

Ihr Arbeitgeber kann Ihren Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat, in dem Sie Elternzeit in Anspruch nehmen, um ein Zwölftel kürzen. Dies gilt natürlich nicht, wenn Sie während der Elternzeit Teilzeit arbeiten. Wenn Ihnen bei Antritt der Elternzeit noch Resturlaub zusteht, können Sie diesen auf die Zeit nach der Elternzeit bis ins nächste Urlaubsjahr übertragen. Er erlischt nicht zu einem festen Zeitpunkt des Folgejahres. Eine längere Übertragung - eventuell nötig, wenn Sie mehrere Jahre Elternzeit geltend machen oder während der Elternzeit ein weiteres Kind bekommen - ist möglich.
Sollten Sie vor Beginn der Elternzeit zu viel Urlaub erhalten haben, kann der Arbeitgeber Ihren Urlaub nach der Elternzeit um die entsprechenden Tage kürzen.

Kann ich während der Elternzeit gekündigt werden?

Während der Elternzeit unterliegen Sie einem besonderen Kündigungsschutz.
Dieser besagt im Wesentlichen, dass der Arbeitgeber Ihnen in den acht Wochen vor Beginn der Elternzeit sowie während der Elternzeit nicht kündigen darf. Das gilt auch, wenn Sie während der Elternzeit Teilzeit arbeiten. Vorsicht ist für Eltern geboten, die sich bei der Elternzeit mehrfach abwechseln möchten. Der besondere Kündigungsschutz gilt nur für die Zeiträume, in denen Sie sich tatsächlich in Elternzeit befinden, nicht für die Arbeitsabschnitte dazwischen.

Sie erwarten Mehrlinge oder bekommen während der Elternzeit ein weiteres Kind?

Grundsätzlich besteht zwar für jedes Kind ein Anspruch auf drei Jahre Elternzeit, Überschneidungszeiträume werden jedoch nicht automatisch addiert. Um Ihre Elternzeit trotzdem zu verlängern, können Sie in diesen Fällen nur von der Möglichkeit Gebrauch machen, das dritte Elternzeitjahr auf einen späteren Zeitpunkt zu übertragen. Allerdings muss Ihr Arbeitgeber dem zustimmen. Dazu zwei Beispiele.
Geschwisterkind: Sie befinden sich in Elternzeit für ihr erstes Kind. Als dieses 1 ½ Jahre alt ist, bekommen Sie ein zweites Kind, für das Sie nun ebenfalls Elternzeit beanspruchen möchten. Ohne Übertragung können Sie in diesem Fall maximal 4 ½ Jahre Elternzeit geltend machen, 3 Jahre bis zum dritten Geburtstag des ersten Kindes, weitere 1 ½ Jahre bis zum dritten Geburtstag des zweiten Kindes. Sofern Ihr Arbeitgeber zustimmt können Sie jedoch mit Geburt des zweiten Kindes auch das dritte Elternzeitjahr für das erste Kind auf einen späteren Zeitpunkt übertragen und kämen so auf eine Gesamtelternzeit von 5 ½ Jahren.
Mehrlingsgeburt: Sie haben Zwillinge bekommen und möchten 4 Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Dazu nehmen Sie zunächst die beiden ersten Elternzeitjahre für den ersten Zwilling, dann das erste Elternzeitjahr für den zweiten und schließlich das mit Zustimmung des Arbeitgebers übertragene, dritte Elternzeitjahr für den ersten Zwilling. Übertragen Sie auch das dritte Elternzeitjahr für den zweiten Zwilling auf einen späteren Zeitpunkt, sind sogar bis zu 5 Jahre Elternzeit möglich. Verzichten Sie hingegen auf eine Übertragung oder stimmt der Arbeitgeber einer solchen nicht zu, wird Ihre Elternzeit nur 3 Jahre betragen.

Bin ich während der Elternzeit rankenversichert?

Wenn Sie bisher in der gesetzlichen Kranken- / Pflegeversicherung pflichtversichert waren, bleibt die Mitgliedschaft während der Elternzeit beitragsfrei bestehen. Dies gilt, solange Sie ausschließlich Elterngeld beziehen oder keine Einkünfte haben. Sobald Sie Teilzeit arbeiten oder andere beitragspflichtige Einkünfte haben, müssen Sie entsprechende Beiträge abführen.
Als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kranken- / Pflegeversicherung müssen Sie während der Elternzeit mit Beiträgen rechnen, es sei denn, Sie können sich bei Ihrem Ehepartner beitragsfrei mitversichern. Besteht keine Möglichkeit zur Familienversicherung, zahlen Sie ohne Einkünfte oder bei ausschließlichem Elterngeldbezug den Mindestbeitrag. Sofern Sie beitragspflichtige Einkünfte erzielen, werden Ihre Beiträge entsprechend berechnet.
Privat Versicherte bleiben während der Elternzeit beitragspflichtig privat versichert. Sollten Sie während der Elternzeit Teilzeit arbeiten und mit ihrem Einkommen deshalb unter die Versicherungspflichtgrenze fallen - und damit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung werden - können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, um weiterhin in der privaten Krankenversicherung zu verbleiben. Hierzu ist ein schriftlicher, formloser Antrag bei irgendeiner gesetzlichen Krankenkasse erforderlich.

Bin ich während der Elternzeit arbeitslosen- und krankenversichert?

In der Arbeitslosenversicherung fallen während der Elternzeit keine Beiträge an. Sollten Sie im Anschluss an die Elternzeit arbeitslos werden, wird Ihr Arbeitslosengeld auf Basis Ihrer Einkünfte vor der Elternzeit berechnet. Wenn binnen der letzten zwei Jahre keine 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt zusammenkommen, wird das Arbeitslosengeld fiktiv bemessen.
In der Rentenversicherung fallen während der Elternzeit ebenfalls keine Beiträge an. Rentenrechtlich werden Kindererziehungszeiten jedoch als Pflichtbeitragszeiten anerkannt, d.h. sie werden wie Jahre behandelt, in denen Beiträge gezahlt wurden.
Für Geburten ab dem 1. Januar 1992 werden grundsätzlich die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes als Erziehungszeit veranschlagt. Für diese Zeit wird Ihnen ein im Vergleich zu allen Versicherten durchschnittliches Einkommen unterstellt. Wenn Sie im selben Zeitraum versicherungspflichtig arbeiten und Beiträge zahlen, werden diese Beitragszeiten bis zur Beitragsbemessungsgrenze ebenfalls angerechnet.

Was muss ich sonst noch beachten?

Eigenkündigung: Falls Sie Ihr Arbeitsverhältnis während der Elternzeit selbst kündigen möchten, gelten für Sie die gleichen Fristen wie vor der Elternzeit. Möchten Sie Ihr Arbeitsverhältnis zum Ende der Elternzeit kündigen, müssen Sie eine Kündigungsfrist von drei Monaten einhalten. Arbeitgeberseitige Zustimmungen: Wer beabsichtigt, den Arbeitgeber zu wechseln, sollte bei der Planung der Elternzeit bedenken, dass ein neuer Arbeitgeber nicht an eventuelle Zustimmungen des alten Arbeitgebers gebunden ist. So ist beispielsweise die Verabredung, das dritte Elternzeitjahr auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, für den neuen Arbeitgeber nicht bindend und Sie laufen Gefahr dieses Jahr zu verlieren.

Was sollten insbesondere Väter beachten?

Die Akzeptanz gegenüber Vätern in Elternzeit steigt, so selbstverständlich wie bei Müttern ist sie jedoch nicht. Väter sollten daher besonders darauf achten, Ihre Elternzeitpläne erst dann kund zu tun, wenn sie bereits dem besonderen Kündigungsschutz unterliegen, also frühestens acht Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit.
Sprechen Sie im Zweifel mit dem Betriebsrat oder Ihrer zuständigen IG Metall-Verwaltungsstelle und informieren Sie sich dort über die Erfahrungen von Vätern in Elternzeit in Ihrem Betrieb.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Sie bekommen Informationen von der IG Metall, insbesondere die Broschüre "Elterngeld - Neue Chancen für Väter und Mütter", zu beziehen über den Betriebsrat oder die zuständige IG Metall-Verwaltungsstelle. Oder beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hier online direkt zum Thema "Elternzeit" oder über ein Stichwortverzeichnis.
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📕 Entgeltrahmenabkommen

Was ist das Entgeltrahmenabkommen?

Mit dem Entgeltrahmenabkommen (ERA) haben die IG Metall und die Metallarbeitgeberverbände eine neue, einheitliche Grundlage für die Entgeltgestaltung der Arbeiter/innen und Angestellte in der Metall- und Elektroindustrie geschaffen. Der erste regionale ERA-Tarifvertrag wurde 2003 in Baden-Württemberg abgeschlossen. Die Einführung von ERA in den Betrieben wird sich bis Ende 2009 erstrecken.

Wie hilft die IG Metall?

Wir bieten Betriebsräten und Vertrauensleuten Arbeitshilfen rund um das Thema ERA. Fragen Sie am besten dort nach oder wenden Sie sich direkt an Ihre IG Metall vor Ort. Entgeltrahmenabkommen (ERA)

Was ist das Entgeltrahmenabkommen?

Mit dem Entgeltrahmenabkommen (ERA) haben die IG Metall und die Metallarbeitgeberverbände eine neue, einheitliche Grundlage für die Entgeltgestaltung der Arbeiter/innen und Angestellte in der Metall- und Elektroindustrie geschaffen. Der erste regionale ERA-Tarifvertrag wurde 2003 in Baden-Württemberg abgeschlossen. Die Einführung von ERA in den Betrieben wird sich bis Ende 2009 erstrecken.

Wie hilft die IG Metall?

Wir bieten Betriebsräten und Vertrauensleuten Arbeitshilfen rund um das Thema ERA. Fragen Sie am besten dort nach oder wenden Sie sich direkt an Ihre IG Metall vor Ort.
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📕 Entsendegesetz

Was ist das Entsendegesetz?

Das Arbeitnehmer-Entsendegesetz verpflichtet alle Unternehmen einer Branche, die in das Gesetz aufgenommen wurden, die tariflichen Mindestlöhne zu zahlen. Auch wenn sie an keinen oder einen anderen Tarifvertrag gebunden sind oder der Arbeitgeber ein Ausländer ist.Alle an Flächen- und Firmentarifverträge gebundenen Arbeitgeber müssen zusammen mindestens 50 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Branche beschäftigen. Über einen beantragten Mindestlohn entscheidet ein Tarifausschuss aus je drei Vertretern der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nimmt er innerhalb von drei Monaten nicht Stellung oder stimmt er zu, kann der Bundesarbeitsminister die Aufnahme beschließen. Gibt es ein Patt oder lehnt der Ausschuss ab, kann das BMAS den Mindestlohn durch Rechtsverordnung umsetzen - wenn das Kabinett zustimmt. Bestehen mehrere konkurrierende Tarifverträge (zum Beispiel von "christlichen Gewerkschaften"), wird anhand von Kriterien entschieden, welcher Tarifvertrag allgemein verbindlich wird.
In Branchen, in denen für weniger als 50 Prozent der Beschäftigten ein Tarifvertrag gilt oder in denen tariflose Zustände herrschen, kann der Staat einen Mindestlohn festlegen. In diesem Fall nicht nach dem Entsendegesetz, sondern nach dem Mindestarbeitsbedingungen-Gesetz von 1952 (MiA). Ausschüsse aus "unabhängigen" Experten (die Arbeitgeber und Gewerkschaften vorschlagen können) prüfen, ob Mindestlöhne notwendig sind, und geben eine Empfehlung ab. Diese kann die Regierung auf Vorschlag des BMAS rechtlich verbindlich machen.
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📕 Erstuntersuchung

Was ist eine Erstuntersuchung?

Die Erstuntersuchung dient dazu, den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers vor dem Arbeitsbeginn festzustellen.

Wie sieht das bei den Auszubildenden aus?

Jugendliche Auszubildende müssen sich vor der Ausbildung sowie nach einem Jahr ärztlich untersuchen lassen. Damit wird der Gesundheits- und Entwicklungsstand festgestellt, insbesondere auch, ob die Gesundheit durch die Ausübung bestimmter Arbeiten gefährdet werden könnte. Vorgeschrieben werden dabei eine Erstuntersuchung zu Beginn der Ausbildung und weitere Nachuntersuchungen während der Ausbildung.
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📕 Europa AG

Was ist eine Europa AG?

Mit der Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europea - SE) hat die EU eine einheitliche Unternehmensrechtsform geschaffen, die Unternehmen grenzüberschreitende Mobilität erleichtert.

Was bedeutet das für die Arbeitnehmer?

Für die Arbeitnehmer und ihre Mitbestimmung ergeben sich Risiken - aber auch Chancen. Die Unternehmensleitung hat die Wahl, eine SE entweder mit einem einstufigen Board (wie in England oder Schweden üblich) oder mit der herkömmlichen Struktur mit Vorstand und Aufsichtsrat zu führen. Keine Wahl hat die Leitung jedoch bei der Mitbestimmung. Wenn Arbeitnehmer auch nur in einer Einheit der neuen SE auf nationaler Ebene Mitbestimmungsrechte hatten, muss über die Beteiligung der Arbeitnehmer durch den SE-Betriebsrat und im Führungsorgan verhandelt werden.
Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ist nach der SE-Richtlinie Voraussetzung für die Registrierung einer SE. Wird bei der Verhandlung keine Einigung erzielt, gelten die bisherigen Mitbestimmungsrechte weiter - vorausgesetzt, dass diese mindestens 25 Prozent der Beschäftigten (bei einer Verschmelzung) beziehungsweise 50 Prozent (bei Gründung einer Holding- oder Tochter-SE) betreffen. Bei der Gründung einer SE durch Umwandlung ist eine Minderung von vorher bestehenden Mitbestimmungsrechten ausgeschlossen.

Was kann schief gehen?

Vorsicht ist geboten bei SE, die ihren Sitz in Staaten haben, deren nationale Umsetzung der EU-Direktive keine Neuverhandlung bei Strukturveränderung vorsieht. Wenn etwa eine mitbestimmungslose britische SE deutsche Standorte schluckt, ist auch hier die Unternehmensmitbestimmung weg.
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📕 Fachabitur

Was ist das Fachabitur?

Wer ein Fachabitur hat, hat deutschlandweit den allgemeinen Zugang zu Fachhochschulen.

Wo wird das Fachabitur erworben?

Das Fachabitur kann an der Fachoberschule erworben werden. Diese Schulen setzen in der Regel einen Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus.
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📕 Fehlzeiten

Was versteht man unter Fehlzeiten?

Für das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit, das die Fehlzeiten seit Jahren untersucht, sind krankheitsbedingte Abwesenheiten vom Arbeitsplatz, also Krankenstände, Fehlzeiten im engen Sinn. Im weiteren Sinne zählt das Nürnberger Institut unentschuldigtes Fehlen und Freistellungen für Behördengänge oder Familienangelegenheiten dazu, im weitesten Sinne auch Kuren, Mutterschutz und Bildungsurlaub. In Personalabteilungen ist der Begriff mitunter so weit gefasst, dass sogar Auslandseinsätze oder Wehrübungen mitgezählt werden.
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📕 Gender Pay Gap

Gender Pay Gap.

Gender Pay Gap beschreibt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Diese beträgt in Deutschland etwa 23 Prozent. Der Begriff setzt sich zusammen aus:
  1. gender = soziokulturelles Geschlecht. Also nicht das biologische Geschlecht, sondern die "Geschlechterrolle", die eine Gesellschaft Männern und Frauen zuschreibt.
  2. pay = Lohn, Gehalt
  3. gap = Lücke, Abstand

Die Ursachen

Es gibt einige Fakten, die dazu führen, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen: Sie arbeiten überproportional oft in schlechter bezahlten Berufen. Sie arbeiten mehr in Teilzeit als Männer. Und die Formalqualifikationen (Bildungsgrad durch Schule, Ausbildung und Studium) sind geringer als bei Männern.
Aber: Selbst wenn man diese Faktoren aus der Gender Pay Gap herausrechnet, bleibt immer noch ein Teil ungeklärt, den Experten dann der geschlechterspezifischen Lohndiskriminierung zuschreiben. An die 40 Prozent der Lohnlücke gehören zu diesem "blinden Fleck". Was also tun?

Deutschland wollte die Lohnlücke eigentlich bis 2010 auf 15 Prozent schrumpfen lassen. Da ist auf politischer Ebene nicht viel passiert. Umso wichtiger ist es für Betriebsräte, sich auf Betriebsebene für gerechte Entlohnung stark zumachen. Basis dafür sind die Paragrafen 45, 80 und 92 BetrVG.

Im Betrieb

Der Betriebsrat darf auf Betriebsversammlungen "Fragen der Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern" behandeln. Zu seinen allgemeinen Aufgaben gehört die "Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern". Und der Arbeitgeber muss den Betriebsrat über seine Personalplanung unterrichten. Gerade hier ist der beste Ansatzpunkt: Bei Neueinstellungen und Stellenwechseln im Betrieb aufzupassen, ob das Gehalt stimmt. Damit zum Beispiel die Kollegin nicht weniger verdient als ihr männlicher Vorgänger.
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📕 Gewerkschaft

Was ist eine Gewerkschaft?

Eine Gewerkschaft ist ein Zusammenschluss abhängig Beschäftigter.

Was macht eine Gewerkschaft?

Eine Gewerkschaft vertritt die Interessen der in ihr zusammengefassten Beschäftigten aber auch die der Beschäftigten im Allgemeinen. Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist freiwillig - aber sinnvoll. Sie kostet in der Regel ein Prozent vom Bruttolohn.
Mehr zu den Leistungen der IG Metall erfahren Sie hier.
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📕 Gläubigerausschuss

Was ist ein Gläubigerausschuss?

Während des Insolvenzverfahrens sucht der Insolvenzverwalter nach Investoren, die das angeschlagene Unternehmen oder Teile davon übernehmen möchten. Bei der Aufstellung eines Insolvenzplans wirken die Arbeitnehmer über den Betriebsrat oder den Gläubigerausschuss mit. In den Gläubigerausschuss kann ein Betriebsratsmitglied oder ein Gewerkschaftsvertreter berufen werden.
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📕 Gleitzeit

Was ist Gleitzeit?

Gleitzeit oder gleitende Arbeitszeit bezeichnet eine in gewissem Rahmen frei geregelte Arbeitszeit. Regelungen zur Gleitzeit werden in Deutschland zumeist zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat festgelegt. Das geschieht über eine Betriebsvereinbarung. In der Regel besteht eine Kernzeit (oft zwischen 9 und 15 Uhr). In dieser Kernzeit müssen die Mitarbeiter anwesend sein. Die Arbeitszeiten vor und nach der Kernzeit sind dem Einzelnen überlassen, doch muss er sich insgesamt im Durchschnitt an die vereinbarte Wochen-Arbeitszeit halten.
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📕 Hartz IV

Hartz IV.

Am 1. Januar 2005 trat "Hartz IV" in Kraft. Der offizielle Name "Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" verschleiert allerdings, um was es dabei geht: Neben Änderungen am Arbeitslosengeld (I) wurde die Arbeitslosenhilfe mit der niedrigeren Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II (ALG II) verschmolzen - auf einem Niveau unter der damaligen Sozialhilfe.

Regelsätze

Der Regelsatz bei ALG II für alleinstehende Erwachsene beträgt zurzeit 359 Euro. Kinder zwischen 7 und 13 Jahren bekommen nur 60 Prozent davon (vorher 65), bis 17-Jährige 80 Prozent (vorher 90). Ehepartnern stehen jeweils 90 Prozent zu: 323 Euro.
Wer von "Hartz IV" redet, meint meist "ALG II". Nach fünf Jahren Erfahrungen mit Hartz IV halten alle Parteien Reformen für erforderlich. Zwei Punkte stellt die Regierung auf den Prüfstand:
  • Zuverdienstgrenzen: Sie sollen erhöht werden - als "Anreiz" für Arbeitslose, Jobs anzunehmen.
  • Schonvermögen: Angespartes Vermögen für Altersvorsorge soll bis 750 Euro pro Lebensjahr nicht mehr auf ALG II angerechnet werden.

Voraussichtlich im Februar entscheidet das Bundesverfassungsgericht über einen anderen Punkt:
  • Die Höhe der Regelsätze: Hintergrund sind Klagen vor den Sozialgerichten. Einige davon hat die IG Metall für Mitglieder geführt. Sie hält die Regelsätze für zu niedrig, weil sie das Existenzminimum nicht absichern, und fordert mindestens 440 Euro. Die IG Metall hält es außerdem für verfassungswidrig, die Höhe pauschal nach statistischen Bedarfsberechnungen festzulegen, ohne Rücksicht darauf, was die Menschen tatsächlich brauchen. Mit beiden Punkten werden sich die Verfassungsrichter jetzt befassen.

Zumutbare Arbeit. Auch die Kriterien für "zumutbare" Arbeit müssen geändert werden, fordert IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Sie haben Lohndumping und menschenunwürdige Armutslöhne gefördert.

Tipp: Überprüfen

Das Bundesverfassungsgericht wird die Regelsätze bei Hartz IV vermutlich beanstanden. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass sie rückwirkend nachgebessert werden. Trotzdem sollten bisherige Hart-IV-Empfänger vorsorglich bei ihren Leistungsträgern (Arbeitsagentur oder Kommune) Überprüfungsanträge stellen. Und zwar schnell - bevor das Bundesverfassungsgericht entscheidet.
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📕 Holding

Was ist eine Holding?

Porsche, Georgsmarienhütte, Heraeus, Allgeier, Thyssen-Krupp und Liebherr - so unterschiedlich diese Unternehmen sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind Holdings, gehören zu Holdings oder haben Holdings. Eine Holding ist eine Dachgesellschaft, die Beteiligungen an mehreren rechtlich selbstständigen Unternehmen hält (darum "Holding", von "to hold", deutsch: halten).

Holding ist nicht gleich Holding

Es gibt verschiedene Formen von Holdings: Operative Holding: Muttergesellschaft, selbst wirtschaftlich tätig, übt starken Einfluss auf ihre Töchter aus, die die Aktivitäten der Mutter meist nur ergänzen (z.B. Auslandsniederlassungen); Management-Holding: ist nicht selbst operativ tätig, sondern für die strategische Steuerung der Geschäftsfelder und des Kapitalflusses zuständig und besetzt Führungspositionen. DieTöchter sind relativ eigenständig in ihren Geschäftsfeldern; Finanzholding: verwaltet das Vermögen, teilt den Töchtern Finanzmittel zu, gibt wirtschaftliche Zielgrößen vor, aber übernimmt keine strategische oder operative Leitung.
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📕 Inklusion

Inklusion.

"Inklusion", von lateinisch "includere, einschließen", bedeutet im sozialpolitischen Sinn: Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft, in Schule und Betrieb teilhaben lassen, statt sie auszuschließen und an den Rand zu drängen. "Inklusion" geht über den Begriff "Integration" hinaus. Integration heißt: Bereits in Behinderteneinrichtungen "Aussortierte" nachträglich wieder in Schulen und Betrieben des "normalen" Systems eingliedern. Bei der Inklusion jedoch gibt es erst gar kein "raus".

Neues Menschenrecht

Seit 2006 ist die Inklusion in einer UN-Behindertenrechtskonvention vorgeschrieben. Seit März 2009 ist die Konvention auch in Deutschland als Gesetz umgesetzt. Behinderte sind nicht mehr nur Fürsorge- oder Problemfälle, sondern Bürger. Das bedeutet: keine Barrieren im öffentlichen Leben, keine Zwangseinweisung in Sonderschulen mehr - und: Betriebe müssen bei Personalplanung und Arbeitsgestaltung Behinderte von Anfang an mit einplanen. Deutschland hinkt bei der Inklusion international noch hinterher. Menschen mit Behinderung werden immer noch in speziellen Kindergärten und Schulen isoliert. Nur wenige finden den Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Die meisten landen in Behindertenwerkstätten. In der Metallindustrie, vor allem in der Autoindustrie, haben Schwerbehindertenvertreter und Betriebsräte in den letzten Jahren zahlreiche Verbesserungen und eine Erhöhung des Anteils behinderter Beschäftigter erreicht.

Inklusion in der Metall- und Autoindustrie

Gerade in der Autoindustrie müssen auch die Unternehmen Interesse an mehr Inklusion haben: Das Durchschnittsalter der Belegschaften liegt längst über 40 Jahren - und steigt weiter. Und mit dem Alter nehmen auch die gesundheitlichen Einschränkungen zu. Behinderungsgerechte Personalplanung und Arbeitsgestaltung ist daher immer auch "altersgerecht" und existenziell für die Produktion der Zukunft. "Inklusion" ist somit nicht nur menschenrechtlich sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich.
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📕 Insolvenz

Was ist eine Insolvenz?

Insolvenz bezeichnet die dauernde Unfähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Geldschulden zu bezahlen. Das Insolvenzverfahren soll die Ansprüche der Gläubiger zahlungsunfähiger Schuldner möglichst gleichmäßig bedienen. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, erhält der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter das Verfügungsrecht über das Vermögen des Schuldners, um es zu verwerten. Einigen sich die Gläubiger auf einen Insolvenzplan, kann das Unternehmen auch saniert werden.
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📕 Investivlohn

Was ist ein Investivlohn?

Investivlohn ist Arbeitnehmerentgelt, das nicht als "Barlohn" ausgezahlt wird, sondern als Kapitalbeteiligung entweder im eigenen Betrieb angelegt wird, zum Beispiel über Belegschaftsaktien, oder in einem überbetrieblichen Vermögensfonds. Ein Investivlohn ist also keine Gewinnbeteiligung, bei der ein Teil des ausgezahlten Entgelts an die Entwicklung der Unternehmenserträge gekoppelt ist (Prämien, Einmalzahlungen).
Bei den Investivlohnmodellen wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Beschäftigte seinen Anteil erst mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder der Rente zurückerhält.
Befürworter sehen folgende Vorteile für die Unternehmen: Motivation, Produktivität und Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Betrieb werden gestärkt - und ihre "Bereitschaft für eine längerfristige Lohnzurückhaltung". Skeptiker halten sie für Arbeitnehmer wirtschaftlich für wenig interessant.
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📕 Jahresarbeitszeitkonto

Was ist ein Jahresarbeitszeitkonto?

Mit diesem Begriff werden verschiedene Flexi-Regelungen bezeichnet. Es kann einfach die durch Tarifverträge eingeräumte Möglichkeit gemeint sein, die Arbeitszeit innerhalb von 12 Monaten ungleichmäßig zu verteilen. Oder das bei Arbeitgebern beliebte Modell, nur noch das jährliche Arbeitszeitvolumen festzulegen; dabei bestimmen sie, wie es auf die einzelnen Tage und Wochen verteilt wird.
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📕 Jahreseinkommen

Was ist das Jahreseinkommen?

Das Jahreseinkommen ist das in einem Jahr insgesamt erzielte Tarifeinkommen.

Was zählt alles zum Jahreseinkommen?

Zu den monatlich wiederkehrenden Bestandteilen gehören die Grundvergütung, die Zulagen und Zuschläge sowie ggf. die vermögenswirksame Leistung. Einmal jährlich werden in den meisten Tarifbereichen das Urlaubsgeld und die Jahressonderzahlung ("Weihnachtsgeld") gezahlt. Außerdem gibt es anlas- und fallbezogen einmalige Zahlungen wie z.B. Jubiläumszuwendungen. Alle Komponenten zusammengenommen ergeben das tarifliche Jahreseinkommen.
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📕 Jugendarbeitsabschutzgesetz

Was ist das Jugendarbeitsabschutzgesetz?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) gilt für alle Beschäftigten, die jünger als 18 Jahre sind - egal ob Auszubildende, Hilfskräfte, Praktikanten und Praktikantinnen oder ausgelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Was regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz?

Das Gesetz schränkt zum Schutz der Jugendlichen u. a. Arbeitszeiten und Betätigungsfelder ein und setzt einen höheren Mindeststandard für Pausen, Urlaub etc.
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📕 JAV

Was ist die JAV?

Die JAV ist wie der Betriebsrat als Gremium zur Vertretung der Interessen der Beschäftigten im Betriebsverfassungsgesetz (§§61-71) verankert.

Wie wird die JAV gewählt?

Voraussetzungen für die Wahl einer JAV sind ein bestehender Betriebsrat, der den Wahlvorstand bestellt, sowie mindestens fünf Wahlberechtigte. Wahlberechtigt sind Jugendliche unter 18 Jahren und Azubis unter 25 Jahren. Bei bis zu 20 Wahlberechtigten kann ein Jugend- und Auszubildenvertreter (JAVi) gewählt werden, bei 21 bis 50 Wahlberechtigten drei - und darüber gestaffelt bis zu 15 JAVis ab 1000 Wahlberechtigten. Als JAVi kandidieren können alle Beschäftigten unter 25 Jahren. Die JAV wird alle zwei Jahre gewählt. Die JAV soll alle Beschäftigtengruppen abdecken, sowie betriebsanteilig aus Männern und Frauen bestehen.

Welche Aufgaben hat die JAV?

Die Einhaltung von Gesetzen und Tarifverträge überwachen. 3 Die Qualität der Ausbildung überwachen, ob beispielsweise Azubis ausbildungsfremde Tätigkeiten machen müssen oder ungerecht beurteilt werden. 3 Maßnahmen für Azubis beantragen, beispielsweise die Übernahme nach der Ausbildung. 3 Die Integration ausländischer
Jugendlicher und Azubis fördern, das heißt gegen Rechtsradikalismus zu stehen.
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📕 Kindergeld

Was ist Kindergeld?

Kindergeld ist eine staatliche Zahlung an die Erziehungsberechtigten, die in Abhängigkeit von der Zahl und dem Alter der Kinder geleistet wird.

Wie lange wird Kindergeld gezahlt?

Kindergeld wird normalerweise für Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Es kann aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs weiter gezahlt werden, solange man sich in der Ausbildung (Schule, Berufsausbildung oder Studium) befindet und nicht mehr als 7680 Euro im Jahr beziehungsweise 640 Euro monatlich verdient.
Was Auszubildende bezüglich Kindergeld und Kinderzuschlag beachten müssen, haben wir hier zusammengefasst.
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📕 Kurzarbeitergeld

Was ist konjunkturelles Kurzarbeitergeld?

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird gewährt, wenn ein Betriebe oder Unternehmen auf Grund von wirtschaftlichen Ursachen die regelmäßige betriebsübliche Wochenarbeitszeit verkürzen und Kurzarbeit einführt.
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📕 Kündigung

Was ist eine Kündigung?

Eine Kündigung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft, das aus einer empfangsbedürftigen Willenserklärung, der Kündigungserklärung, besteht. Eine Kündigung wird erst mit Zugang zum Arbeitnehmer wirksam und ist bedingungsfeindlich.
Die Kündigung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform (nicht aber die elektronische Form-diese ist unwirksam!), d.h. mündliche Kündigungen sind unwirksam.

Welche Fristen gelten bei Kündigungen?

Als Kündigungsfrist wird die Zeitspanne bezeichnet, die zwischen dem Zugang der Kündigungserklärung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses liegt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen kann das Arbeitsverhältnis grundsätzlich mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden.
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📕 Kurzarbeit

Was ist Kurzarbeit?

Mit Kurzarbeit kann auf einen konjunkturell bedingten Auftragsseinbruch reagiert werden. Während der Kurzarbeit wird im gesamten Betrieb oder in organisatorisch abgrenzbaren Teilen eines Betriebes vorübergehend die betriebliche Arbeitszeit gekürzt. Das Kurzarbeitergeld (KuG) ist im Sozialgesetzbuch als Sozialleistung geregelt. Es sichert Arbeitsplätze in Betrieben, die kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Das KuG wird von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezahlt und kann nur vom Arbeitgeber oder Betriebsrat beantragt werden.

Kann Kurzarbeit mit Weiterbildung verbunden werden?

Qualifizierung als Instrument zur Beschäftigungssicherung in Kurzarbeit und Krise - und als Investition in die Zukunft: Die Rahmenbedingungen für Unternehmen wurden erheblich erleichtert, die Fördergelder sind so hoch wie nie zuvor. Die IG Metall bietet Beratung, zahlreiche neue Seminare und eine Handlungshilfe an, um Qualifizierung in den Betrieben voranzubringen.
IG Metall-Mitglieder können im Mitgliederbereich den Ratgeber zur Kurzarbeit einsehen.
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📕 Langzeitkonto

Was ist ein Langzeitkonto?

Bei diesem Modell können Zeitguthaben über mehrere Jahre angespart werden, um eine längerfristige Freistellung zu ermöglichen, etwa für Weiterbildung oder private Wünsche.
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📕 Lean Office

Was ist Lean Office?

Übersetzt bedeutet Lean OFfice "schlankes Büro". Gemeint ist damit, der Verschlankungsprozess von Büroarbeit. Arbeitsprozesse im Büro sollten schneller, kostengünstiger und fehlerfrei gestaltet werden.

Wie wird Lean Office umgesetzt?

Grundsätzlich gibt es keine einheitliche Praxis. Mal werden allein einzelne Arbeitsplätze umgestaltet, mal wird die Zusammenarbeit von Beschäftigten in den Büros mit denen in der Fertigung betrachtet. Grundsätzlich wird zwischen Wertschöpfung und Verschwendung unterschieden. Verschwendungen sind zum Beispiel das Warten auf Unterlagen, Rückfragen, mehrfach bearbeitete gleiche Vorgänge oder auch das Erstellen nutzloser Dokumentationen.
Betriebsräte und Mitarbeiter sollten diesen Prozess jedoch gemeinsam mit der Unternehmensleitung mitgestalten können.
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📕 Leerverkäufe

Leerverkäufe.

Was würde ein Kunde tun, dem ein Obsthändler auf dem Wochenmarkt Erdbeeren anbietet, die er nicht hat?

Wenn ihm der Händler vorschlägt: "Du bekommst das Schälchen für 2,90 Euro - soviel kosten sie bei der Konkurrenz - und ich liefere nächste Woche." Denn der Händler glaubt: AmWochenende scheint die Sonne. Es werden viele Erdbeeren gepflückt, die dann nur 1,90 pro Schälchen kosten. Wahrscheinlich würde der Kunde zur Konkurrenz gehen, Erdbeeren kaufen und essen.

Eine Wette

Auf dem Wochenmarkt funktioniert die Methode wohl nicht, auf dem Finanzmarkt schon. Denn Leerverkäufe sind nur eine etwas andere Erdbeerkörbchenwette. Dabei verhält sich der Wertpapierhändler umgekehrt zum "normalen" Aktienkäufer. Normalerweise will der Aktienkäufer Papiere möglichst billig einkaufen und sie teuer verkaufen. Der Leerverkäufer bietet ein Wertpapier dagegen an, wenn es teuer ist. Er schließt einen Vertrag ab. Geliefert wird die Ware später, möglichst wenn der Kurs im Keller ist. Bei ungedeckten Leerverkäufen besitzt der Verkäufer die Papiere nicht. Bei gedeckten Leerverkäufen leiht er sie aus, gibt sie später zurück und deckt sich mit billigeren Papieren ein. Während bei "normalen" Aktiengeschäften der Verlust auf den Kaufpreis beschränkt ist - die Aktie kann maximal wertlos werden -, ist das Risiko bei Leerverkäufen unbegrenzt. Niemand weiß, wie teuer ein Papier plötzlich wird. Im Mai hat die Finanzaufsicht Bafin ungedeckte Leerverkäufe in Deutschland verboten. Zwar ist es zunächst das Risiko des Obsthändlers, wenn es am Wochenende aus Eimern schüttet und sich der Erdbeerkörbchenpreis verdoppelt. Anders sieht es aber aus, wenn der Obsthändler eine Bank ist, die Pleite dieser Bank eine ganze Wirtschaft gefährdet und der Staat sie retten muss. Dann zahlen alle für riskante Leerverkäufe.
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📕 Leiharbeit

Was ist Leiharbeit?

Leiharbeit (Zeitarbeit, Personalleasing oder auch Arbeitnehmerüberlassung) liegt immer dann vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Beschäftigten (Leiharbeitnehmer) einem Dritten (Entleiher) zur Erbringung einer Arbeitsleistung überlässt.
Das Besondere an diesem Arbeitsverhältnis ist die Dreiecksbeziehung zwischen den beteiligten Parteien. Die Leiharbeitsfirma ist der Arbeitgeber im Sinne des Gesetzes. Tatsächlich aber wird die Arbeitsleistung bei einer anderen Firma erbracht, die gegenüber der Leiharbeitskraft weisungsbefugt ist.

Wer ist ein/e Leiharbeitnehmer/in?

Beschäftigte, die einen Arbeitsvertrag mit einer Leiharbeitsfirma haben und an Entleihbetriebe überlassen werden. Die IG Metall ist die Gewerkschaft für Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, der Textil- und Bekleidungswirtschaft sowie der Holzbearbeitung, Holzverarbeitung und Kunststoffverarbeitung.
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📕 Listenwahl

Was ist eine Listenwahl?

Die Listenwahl bezeichnet neben der Personenwahl eine Form der Wahl des Betriebsrates.

Wie funktioniert eine Listenwahl?

Bei der Listenwahl werden von den im Betrieb vertretenen Interessengruppen Listen mit Kandidatinnen und Kandidaten "in erkennbarer Reihenfolge" (§ 6 Absatz 3 WO) aufgestellt und zur Wahl eingereicht. Die Wähler haben in diesem Falle jeweils nur eine Stimme, die sie der Liste ihrer Wahl geben können. Die Wähler können also keine einzelnen Personen wählen und sie können nicht eine bestimmte Person aus der Liste ankreuzen. Die Sitze im Betriebsrat werden auf die Listen nach dem Anteil der erreichten Stimmen verteilt.
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📕 Lohnausgleich

Was ist Lohnausgleich?

Bei Arbeitszeitverkürzung gezahlter Ausgleich für das durch die Reduzierung der Arbeitszeit ansonsten entfallende Einkommen. Bei den in jüngster Zeit getroffenen Regelungen zur (befristeten) Arbeitszeitverkürzung mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung wurde häufig nur ein Teillohnausgleich vereinbart.
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📕 Meldepflicht

Wann muss ich mich melden?

Sie müssen sich spätestens drei Monate vor dem Ende Ihres Arbeitsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit als Arbeit suchend melden.
Sie haben die Kündigung so spät erhalten, dass weniger als drei Monate bis zum Beendigungszeitpunkt liegen?

Dann müssen Sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunkts melden. Ansonsten können Sie finanzielle Ansprüche verlieren.
Das gilt auch bei Befristungen.
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📕 Mitarbeitergespräch

Mitarbeitergespräch.

Was erwartet mich im Mitarbeitergespräch?

Gut vorbereitet bietet so ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten vor allem auch Chancen. Mitarbeitergespräche heißen auch Jahresgespräche oder Zielvereinbarungsgespräche. Üblich ist, dass sie einmal im Jahr zwischen dem Vorgesetzten und dem Beschäftigte stattfinden, unter vier Augen. Ein guter Chef erklärt vorher, was er von diesem Gespräch erwartet, wie beide sich vorbereiten sollten und wie der Ablauf sein wird. Tut er das nicht, ist es legitim, das einzufordern.

Das gute Gespräch

Die Gesprächsqualität erkennt man auch daran, dass es keinen Top-down-Charakter hat nach dem Motto "Chef macht Ansage". Gut ist, wenn er die Strategie der Abteilung erklärt, zusammen mit dem Beschäftigten dessen Aufgaben aktualisiert und neue Ziele so vereinbart, dass man sie auch versteht. Achtung: Wer nicht aufpasst, hat schnell einen Sack voller Arbeit oder Aufgaben, für die man gar nicht gerüstet ist. Deswegen überlegen: Bin ich diesen Aufgaben gewachsen?

Brauche ich dafür Schulungen oder Material?

Wenn es überraschenderweise zu großen Änderungen bei den Aufgaben kommt, ist es okay, sich Bedenkzeit zu erbeten.

Gehalt und Fortbildungen

Mitarbeitergespräche sind immer auch eine Chance. Zum Beispiel, um eine Prämie oder ein höheres Gehalt einzufordern, um über Fortbildungen zu sprechen oder sogar um den Wunsch zu äußern, sich in eine andere Richtung als bisher zu entwickeln. Zudem ist der Zeitpunkt gut, um von Problemen zu berichten, etwa wenn man mehr Informationen braucht. Auf sachliche Weise kann man auch Kritik am Chef üben und konstruktiv schildern, was man sich für die Zusammenarbeit wünscht. Wer seine Bedürfnisse nicht einbringt, verpasst die Gelegenheit, seinen Arbeitsplatz mitzugestalten. Im schlechtesten Fall für ein ganzes Jahr.

Tipp:

Selbstbewusst fordern Frauen verhandeln schlechter als Männer. Sie glauben etwa, eine Fortbildung sei eine Belohnung, Männer finden das selbstverständlich. Also: Selbstbewusst rein, mit Fortbildung in der Tasche raus!
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📕 Mitbestimmung

Was ist Mitbestimmung?

Arbeitnehmer können in den Unternehmen auf zwei Ebenen mit bestimmen: In Betriebsräten und Aufsichtsräten. Beide Gremien können mit entscheiden und so die Interessen der Arbeitnehmer mit einbringen. Das ist bei der Unternehmensstrategie ebenso wichtig, wie bei der Arbeitsplatzgestaltung.

Was ist betriebliche Mitbestimmung?

1972 wurde das Betriebsverfassungsgesetz verabschiedet. Es regelt die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Betriebsrat, Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden in der privaten Wirtschaft. Darin sind unter anderem die Aufgaben, Rechte und die Wahl des Betriebsrates sowie Informationspflichten des Arbeitgebers gegenüber den Beschäftigten festgehalten. Nach dem Gesetz wird der Betriebsrat in Betrieben gewählt, die mindestens fünf Arbeitnehmer beschäftigen.

Was ist Unternehmensmitbestimmung?

In Deutschland ist die Mitbestimmung bei Kapitalgesellschaften mit mehr als 500 Beschäftigten durch den Aufsichtsrat geregelt. Dieser setzt sich aus Arbeitnehmern und Anteilseignern zusammen. Die Unternehmensmitbestimmung regelt unter anderem die Vertretung der Arbeitnehmer durch Wahlen in den Aufsichtsrat. Er beruft, berät und kontrolliert den Vorstand und prüft den Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft, darf aber nicht direkt in die Geschäftsführung eingreifen. Der Anteil der Mandate im Aufsichtsrat hängt von der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb ab. Bei der einfachen Mitbestimmung verfügt die Kapitalseite über eine Mehrheit, bei der paritätischen Mitbestimmung stellt die Arbeitnehmerseite 50 Prozent der Aufsichtsräte.
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📕 Mobbing

Was ist Mobbing?

Der Begriff Mobbing ist aus dem englischen Begriff "to mob" abgeleitet und bedeutet jemanden "angreifen", "bedrängen". Mobbing zu definieren, ist nicht einfach, da Menschen sehr unterschiedlich auf Bedingungen im Betrieb und Unternehmen reagieren.
Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet.

Was kann ich tun, wenn ich gemobbt werde?

Wenn Sie sich als Mobbing-Opfer fühlen, wenden Sie sich an Ihren Betriebsrat. Er kann eine Konfliktdiagnose durchführen und gegebenenfalls eine Mediation einleiten. Mitglieder der IG Metall können sich den Ratgeber Mobbing im Mitgliederbereich herunterladen. Sie können sich außerdem an ihre IG Metall vor Ort wenden.
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📕 Mutterschutz

Was ist Mutterschutz?

In Deutschland ist der Mutterschutz ein im Mutterschutzgesetz und in der Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz festgelegtes Regelwerk, das die Bedingungen für den Einsatz von schwangeren Frauen in einem Arbeitsverhältnis definiert. Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bis auf wenige Ausnahmen unzulässig.

Wie lange besteht Mutterschutz?

Die Mutterschutzfrist beginnt grundsätzlich 6 Wochen vor der Geburt und endet 8 Wochen nach der Entbindung. Für den Beginn ist der in der ärztlichen Bescheinigung angegebene voraussichtliche Termin der Entbindung maßgeblich. Falls die Entbindung früher als im ärztlichen Zeugnis angegeben erfolgt, so verlängern sich die Wochen nach der Geburt um diese Zeit. Bei einer Früh- oder Mehrlingsgeburt verlängert sie sich die Zeit des Mutterschutzes auf zwölf Wochen nach der Geburt.
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📕 Niedriglohn

Was ist ein Niedriglohn?

In vielen Wirtschaftszweigen bestehen für bestimmte Tätigkeiten niedrige tarifliche Grundvergütungen. In einer Reihe von Tarifbereichen liegt das gesamte Tarifgefüge so niedrig, dass man insgesamt von Niedriglohnbranchen sprechen kann.

Wer ist davon betroffen?

"Niedriglöhner" arbeiten zum Teil für unter sechs Euro pro Stunde. In Deutschland ist davon bereits jeder Fünfte betroffen. Und das häufig trotz abgeschlossener Berufsausbildung.

Ab wann ist ein Lohn ein Niedriglohn?

In Westdeutschland liegt die Niedriglohnschwelle bei 9,62 Euro, in Ostdeutschland bei 7,18 Euro. Jeder dritte Niedriglohnbeschäftigte arbeitet für weniger als 6 Euro brutto, 1,2 Millionen Betroffene verdienten 2007 sogar weniger als 5 Euro.
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📕 Nullmonat

Was ist ein Nullmonat?

Sieht ein Tarifabschluss für den oder die ersten Monat(e) der Laufzeit keine Tariferhöhung und keine Pauschalzahlung vor, spricht man von Nullmonat(en) (Leermonate).
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📕 Offshoring

Was ist Offshoring?


Offshoring bezeichnet eine geographische Form der Verlagerung von Funktionen und Prozessen aus inländischen Unternehmen ins Ausland. In der Regel wollen Unternehmen damit Kosten einsparen.
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📕 Outsourcing

Was ist Outsourcing?

Outsourcing bezeichnet die organisatorische Verlagerung von Funktionen und Prozessen in Unternehmen. Diese Unternehmensaufgaben werden in der Regel an Drittunternehmen abgegeben um Kosten einzusparen.
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📕 Personalakte

Was ist eine Personalakte?

In Ihrer Personalakte kann Ihr Arbeitgeber alls Vorgänge und Urkunden sammeln, die sich auf Ihre betrieblichen und persönlichen Vorgänge beziehen, die im Zusammenhang mit Ihren Arbeitsverhältnis stehen. Ihre Personalakte darf nur mit Ihrer und gegebenenfalls der Zustimmung Ihres Betriebsrates vervielfältigt werden. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch, Ihre Personalakte ohne Angabe von Gründen, einzusehen. Zur Einsichtnahme kann ein Rechtsanwalt oder ein Mitglied des Betriebsrats hinzugezogen werden.
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📕 Personenwahl

Was ist eine Personenwahl?

Die Personenwahl bezeichnet neben der Listenwahl eine Form, den Betriebsrat in einem Unternehmen zu wählen.

Wie funktioniert eine Personenwahl?

Bei der Personenwahl stehen einzelne Personen (und keine Listen) zur Wahl. Jeder Wähler hat so viele Stimmen wie es Sitze im Betriebsrat zu verteilen gibt (§ 20 Absatz 3 WO). Diese kann er oder sie auf die Personen seines oder ihres Vertrauens verteilen; pro Person kann er oder sie jedoch nur eine Stimme vergeben, eine Stimmenhäufung ist im Wahlrecht für den Betriebsrat nicht vorgesehen. Gewählt sind die Personen, die die meisten Stimmen erhalten haben.
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📕 Poka Yoke

Was ist Poka Yoke?

Poka Yoke hat, auch wenn es so klingt, nichts mit Spiel und Spaß zu tun (Poker und Jokus), sondern eher mit dem Gegenteil davon: Es steht - wie viele japanische Ausdrücke, die Eingang in die deutsche Sprache fanden - für Konzepte, Arbeit effektiver, schneller und kostengünstiger zu machen. Poka Yoke heißt auf Deutsch: dumme Fehler (Poka) vermeiden (yokeru).

Wo und wie wird Poka Yoke angewendet?

Es ist Teil des sogenannten Toyota-Produktionssystems, das in immer mehr Betrieben Einzug hält. Ziel von Toyota ist die "verschwendungsfreie" Produktion. Als verschwenderisch gelten zum Beispiel Wartezeiten, etwa durch Störungen, vermeidbare Wege - oder Fehler. Ein "Faktor", der den reibungslosen Fluss durch Fehler stören kann, ist der Mensch. Da setzt Poka Yoke an: Das Konzept besteht darin, Arbeitsschritte, Werkzeuge und Maschinen so zu gestalten, dass der Mensch nicht mehr viele Spielräume hat und nicht mehr darüber nachdenken muss, was er tut. Er wird durch die Vorgaben gezwungen, bestimmte Handgriffe zu tun. So sollen Fehler ausgeschaltet werden. So wie beim Tankdeckel, den niemand mehr auf der Zapfsäule liegen lassen kann, seit er am Auto festhängt.

Welche Probleme können dabei auftreten?

Jürgen Klippert, Wissenschaftler der Uni Kassel, sieht Gefahren:Der einzelne Mensch verliert Handlungsspielräume. Seine Motivation leidet. Seine Qualifikation ist bald nichts mehr wert. Und wenn seine Tätigkeit schlechter bewertet wird, kann sich das auch aufs Entgelt auswirken.
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📕 Praktikum

Was ist ein Praktikum?

Als Praktikum wird eine Tätigkeit im Rahmen des Studiums, einer beruflichen Ausbildung oder der Schule bezeichnet, bei der praktische Erfahrungen im künftigen Beruf gesammelt werden können. Optimal ist es, wenn bei Beginn des Praktikums ein Praktikums- oder Ausbildungsplan besteht. Aus diesem sollten die zeitliche Gliederung in Bezug auf die wesentlichen Inhalte des Praktikums sowie Angaben zu den Abteilungen und den jeweiligen Betreuenden bzw. Ausbildungsbeauftragten hervorgehen. Für ein Pflichtpraktikum ist darauf zu achten, dass der Praktikumsplan auch tatsächlich diejenigen Arbeitsinhalte ausweist, die zu einer Anerkennung des Praktikums führen. Wer keinen Praktikumsplan erhalten hat, sollte sich bei den Zuständigen danach erkundigen.
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📕 Prekäre Beschäftigung

Was ist prekäre Beschäftigung?

Der Begriff der Prekarisierung der Arbeit beschreibt eine Entwicklung der Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen mit geringer Arbeitsplatzsicherheit und niedriger Entlohnung. Prekär Beschäftigte unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko.
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📕 Präsentismus

Präsentismus.

Präsentismus nennen Wissenschaftler ein Phänomen, dass sie immer häufiger in der Arbeitswelt beobachten: Beschäftigte gehen zur Arbeit, auch wenn sie krank sind. Repräsentative Studien aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Skandinavien belegen, dass es diesen Trend gibt. In Deutschland waren Anfang der 60er-Jahre im Jahresdurchschnitt über sechs Prozent der Beschäftigten krank gemeldet, in den 70er-Jahren noch über fünf Prozent. Seit 2000 liegt der Krankenstand stabil unter vier Prozent, im Krisenjahr 2007 sank er auf das Rekordtief von 3,2 Prozent. Ursache waren nicht nur gesündere Arbeitsbedingungen, sondern auch der Präsentismus. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK von 2007 ergab, dass jeder Dritte gegen den Rat seines Arztes krank im Betrieb erscheint. In Unternehmen, die Personal abbauen wollen, sind es sogar 79,2 Prozent. Ursachen: Angst vor Jobverlust oder beruflichen Nachteilen, Angst, vereinbarte Ziele nicht zu erreichen oder hoher Leistungsdruck wegen zu dünner Personaldecken. Es ist aber ein Trugschluss zu meinen, dass Firmen durch Präsentismus Kosten sparen. Im Gegenteil: Eine gerade erschienene Studie der Unternehmensberatung Booz & Company bestätigt,was schon frühere Untersuchungen ergaben. Kranke, die arbeiten, verursachen zwei bis dreimal so hohe Kosten wie Entgeltfortzahlung bei Fehltagen. Weil Kranke weniger leisten können, mehr Fehler machen, möglicherweise Kollegen anstecken und weil sie ihre eigene Genesung verzögern.

Gesund bleiben

Das zeigt: Die Gesundheit zu schützen rechnet sich nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für ihre Unternehmen. Also Krankheiten auskurieren. Und wichtiger noch: Auf betriebliche Gesundheitsvorsorge drängen, sodass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen.
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📕 Probezeit

Was ist eine Probezeit?

Bei einem Arbeitsverhältnis bezeichnet die Probezeit den Zeitraum, innerhalb dessen eine Kündigung von Arbeitgeberseite oder auch vom Arbeitgeber grundlos ausgesprochen werden kann.

Wie lange besteht eine Probezeit?

Üblich aber nicht zwingend ist eine Dauer von drei bis sechs Monaten. Für Auszubildende gilt generell und wenn nicht anders vereinbart eine Probezeit von vier Monaten.

Kündigung während der Probezeit

Während der Probezeit können kürzere als die normalen Kündigungsfristen vereinbart werden, mindestens jedoch eine Kündigungsfrist von 2 Wochen. Eine Kündigung während der Probezeit beim unbefristeten Arbeitsverhältnis bedarf der Anhörung des Betriebsrates nach § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Für Schwangere in der Probezeit besteht der besondere Kündigungsschutz nach § 9 Mutterschutzgesetz (MuSchG).
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📕 RFID

Radio Frequency Identification (RFID).

Die Abkürzung RFID steht für den englischen Begriff "Radio Frequency Identification" - zu deutsch: Identifikation mittels Radiowellen - und bezeichnet eine Mikrochiptechnologie zur kontaktlosen Speicherung von Daten. Die im Sprachgebrauch als "Tags" bezeichneten Chips werden per Funk abgefragt und mit Energie versorgt. Ob "Bahn-Card-100", die Tickets der Fußball-WM 2006, die Kennzeichnung von Tieren, die Diebstahlsicherung oder die neuen Personalausweise: Das Potenzial dieses Schnüffelchips ist nahezu unbegrenzt.

Eine neue Qualität der Überwachung

Zutrittskontroll- oder Zeiterfassungssysteme sind in der Lage, eine Person unbemerkt flächendeckend zu überwachen und Bewegungsprofile zu erstellen. Das funktioniert - je nach Art des Chips - sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Betriebs. Die Daten können eigenständig aktiv funken und Reichweiten von Kilometern und mehr haben. Das kontaktlose Erfassen ermöglicht eine neue Qualität der Überwachung. So ist es beispielsweise möglich, die Daten zur verdeckten Leistungs- oder Verhaltenskontrolle zu missbrauchen.

Beschäftigte schützen

Das Potenzial neuer Technologien entwickelt sich ständig weiter. Es ist Aufgabe von Betriebsräten, Beschäftigte vor negativen Folgen beim Einsatz von RFID-Technologien zu schützen und betriebliche Regelungen nach dem Betriebsverfassungsgesetz zu vereinbaren. Das können sie unter anderem nach:
  • § 75 Abs. 2: Wahrung der Persönlichkeitsrechte als gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber und Betriebsrat,
  • § 80 Abs.1Nr. 1:Überwachung aller zugunsten von Arbeitnehmern geltenden Gesetze,
  • § 87 Abs. 1 Nr. 6: Mitbestimmungsrecht bei technischen Einrichtungen.
Lässt sich das Arbeitsverhalten über den Einsatz eines Systemsrekonstruieren, dann hat der Betriebsrat ein Recht auf Mitbestimmung, selbst wenn es sich nur theoretisch zur Überwachung eignet.

Weitere Informationen:
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📕 Reallohn

Was ist ein Reallohn?

Reallöhne sind die Netto- oder Bruttolöhne nach Abzug der Preissteigerungsrate; sie zeigen an, wie viel sich der einzelne von seinem Einkommen kaufen kann. Klettern die Preise schneller als die Nettolöhne - etwa durch Inflation, sinken die Reallöhne und -gehälter und damit die Kaufkraft. Steigen die Nettolöhne zum Beispiel um vier Prozent, die Preise aber im gleichen Zeitraum um fünf Prozent, sinkt der Reallohn um ein Prozent.
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📕 Remanenzkosten

Was sind Remanenzkosten?

Der Begriff Remanenzkosten schwirrt überall dort durch die Kalkulationen, wo kurzgearbeitet wird. Dahinter verbirgt sich Folgendes: Die Lohnkosten für Beschäftigte in Kurzarbeit sinken nicht proportional zu den wegfallenden Arbeitsstunden.

Was beeinflusst die Höhe der Remanenzkosten?

Es fallen die sogenannten "remanenten" Kosten an, die dem Arbeitgeber bleiben. Sie können von drei Kostenfaktoren beeinflusst werden:
  • tarifliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, die der Arbeitgeber zahlt
  • Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber in den ersten sechs Monaten zu 50 Prozent trägt
  • weitere Entgeltbestandteile, die in voller Höhe erhalten bleiben, zum Beispiel Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Wie können die Unternehmen die Remanenzkosten senken?

Eine Möglichkeit, die Kosten der Kurzarbeit zu mindern, ist folgende: Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das der Betrieb auch den Kurzarbeitern zu 100 Prozent zahlen muss, wird für ein ganzes Jahr auf das Monatseinkommen aufgeteilt. Aus Jahreszahlungen werden Monatszahlungen. Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld geht nicht ganz verloren: Die Beschäftigten können höheres Kurzarbeitergeld beanspruchen. Der Betrieb spart so die Remanenzkosten.

Wie berechnet ein Unternehmen Remanenzkosten?

Remanenzkosten kann ein Unternehmen konkret berechnen: Angenommen, ein Mitarbeiter "kostet" normalerweise 28,61 Euro pro Stunde. Dabei werden alle Lohnbestandteile innerhalb eines Jahres zugrunde gelegt. Geht er in Kurzarbeit, so verbleiben dem Arbeitgeber von diesem Betrag 35 Prozent Remanenzkosten, also gut 10 Euro pro entfallener Stunde. Nach einem halben Jahr Kurzarbeit sinken sie auf 24 Prozent, da die Sozialversicherungsbeiträge dann zu 100 Prozent von der Agentur für Arbeit kommen.

Machen Remanenzkosten Kurzarbeit zu teuer?

Die Remanenzkosten allein rechtfertigen aber nicht zu sagen "Kurzarbeit ist uns zu teuer". Denn der Unternehmer muss ihnen die Kosten gegenüberstellen, die durch Entlassungen mit Abfindungen entstehen würden. Und die hätte, wenn er nach einer Entlassungswellewieder neue Mitarbeiter mühsam suchen und anlernen müsste (sogenannte Opportunitätskosten). Für die IG Metall bleibt die Kurzarbeit daher das beste Instrument in der Krise. Die Lösung für Betriebe, die Kurzarbeit ausgeschöpft haben, sieht die IG Metall in neuen Tarifverträgen zur Beschäftigungssicherung. Bei ihrer Anwendung entstehen keine Remanenzkosten, weil alle Entgeltbestandteile proportional zur Arbeitszeit sinken.
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📕 Schichtarbeit

Was ist Schichtarbeit?

Schichtarbeit wird nach einem bestimmten Zeitplan zu wechselnden Zeiten (Früh-, Spät-, Nachtschicht) oder zu gleichbleibender, aber ungewöhnlicher Zeit (etwa Dauernachtschicht) geleistet. In über 90 Prozent aller Großbetriebe wird Schichtarbeit praktiziert. Und sie nimmt stetig zu, weil zu den "klassischen" Gründen (wie Rund-um-die Uhr-Einsatz in Krankenhäusern oder am Hochofen) zunehmend wirtschaftliche kommen. Die Maschinen sollen zum Beispiel länger laufen, damit sich die Anlagen besser amortisieren, oder um bei guter Auftragslage keine Erweiterungsinvestitionen vornehmen zu müssen.
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📕 Schwerbehindertenvertretung

Was ist eine Schwerbehindertenvertretung?

Die Schwerbehindertenvertretung (SBV) ist die gewählte Interessenvertretung der schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Beschäftigten (§95 Abs. 1 SGB IX).

Welche Aufgaben hat die Schwerbehindertenvertretung?

Die SBV fördert die Teilhabe schwerbehinderter Beschäftigter, überwacht Vorschriften und beantragt Maßnahmen.

Wo kann eine Schwerbehindertenvertretung gewählt werden?

Wählen können Betriebe mit mindestens fünf schwerbehinderten oder gleichgestellten regelmäßig Beschäftigten. Gewählt werden: eine Schwerbehinderten-Vertrauensperson und wenigstens ein Stellvertreter. Betriebsräte wirken auf die SBV-Wahl hin (§93 SGB IX).
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📕 Solidarität

Was ist Solidarität?

Solidarität ist, wenn sich Menschen füreinander einsetzen und sich bei der Umsetzung ihrer Interessen unterstützen, auch wenn sie im Augenblick von einem Problem nicht betroffen sind. Solidarität ist das wichtigste Grundprinzip von Gewerkschaften.
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📕 Sozialauswahl

Was ist eine Sozialauswahl?

Vor jeder ordentlichen Kündigung hat der Betriebsrat zu prüfen, ob der Arbeitgeber "soziale Gesichtspunkte" ausreichend berücksichtigt hat. Erfolgt diese Sozialauswahl falsch oder gar nicht, kann und sollte der Betriebsrat innerhalb einer Woche der Kündigung widersprechen. Wenn gegen die Kriterien einer Sozialauswahl verstoßen wird, können Sie als Arbeitnehmer klagen. Sind Sie betroffen, sollten Sie sich unbedingt mit Ihrem Betriebsrat beraten.
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📕 Sperrzeit

Was ist Sperrzeit?

Bei einer Sperrzeit zahlt die Arbeitsagentur eine Zeitlang kein Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II. Dabei wird die Auszahlung nicht um ein paar Monate verschoben, sondern es verringert sich die Gesamtzeit, in der Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird.
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📕 Synchronisationsverbot

Was ist das Synchronisationsverbot?

Das Synchronisationsverbot verhinderte, dass Leiharbeitsfirmen Beschäftigte nur für die Dauer eines akquirierten Einsatzes in einem Entleihbetrieb einstellten. Bereits im Jahr 1997 wurde das Synchronisationsverbot dahingehend gelockert, dass der Vertragsabschluss zwischen Leiharbeitnehmer/in und Leiharbeitsfirma mit dem Beginn der Verleihzeit an das Kundenunternehmen zusammenfallen kann.
Seit dem 1. Januar 2004 ist das Synchronisationsverbot vollständig aufgehoben. Zwar muss die Leiharbeitsfirma die Befristungsregelungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes beachten. Aber selbst wenn die Leiharbeitsfirma unbefristete Arbeitsverhältnisse abschließt, kann sie diese so kündigen, dass Dauer des Arbeitsvertrages und der Einsatz im Entleihbetrieb synchron verlaufen. Damit wird das Beschäftigungsrisiko nicht mehr von der Leiharbeitsfirma, sondern von den Leiharbeitnehmer/innen getragen.
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📕 Tarifliches Kurzarbeitergeld

Was ist tarifliches Kurzarbeitergeld?

Tarifliches Kurzarbeitergeld kann das gesetzliche oder konjunkturelle Kurzarbeitergeld ergänzen. Es umfasst einen Teillohnausgleich, damit die Absenkung der Arbeitszeit für die Beschäftigten finanziell zumutbar bleibt.
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📕 Tarifpolitik

Was ist Tarifpolitik?

In der Tarifpolitik werden von Gewerkschaften und Arbeitgebern in der Regel Tarifverträge ausgehandelt, die die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den entsprechenden Tarifgebieten und Branchen regeln.
Alle Begriff rund um die Tarifpolitik haben wir in unserem Tarifglossar für Sie zusammengefasst.
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📕 Tarifvertrag Beschäftigungssicherung

Tarifvertrag Beschäftigungssicherung.

Schon seit 1994 bestehen für die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, kurz Tarifvertrag Beschäftigungssicherung. Sie wurden abgeschlossen für den Fall, dass Betriebe nicht mehr genug Arbeit haben und Kurzarbeit nicht mehr möglich ist. Die Tarifvertrag Beschäftigungssicherung ermöglichen es, über freiwillige Betriebsvereinbarungen die Arbeitszeit vorübergehend zu senken, um Entlassungen zu vermeiden.

Absenken der Arbeitszeit

So lange Arbeitnehmer kürzer arbeiten, sind sie vor Kündigungen geschützt. Die Arbeitszeit kann für alle gesenkt werden oder nur für einzelne Abteilungen oder Gruppen. Und zwar in ostdeutschen Metall- und Elektrobetrieben auf 32 bis 33 Stunden in der Woche, in den meisten westdeutschen auf 30, in Bayern und Niedersachsen auf 29 Stunden und in der Stahlindustrie auf 28 Stunden. Arbeitet jemand zehn Prozent weniger, erhält er auch zehn Prozent weniger Entgelt. Auch die Sozialversicherungsbeiträge verringern sich entsprechend. Ein Teillohnausgleich ist derzeit nur für Stahl geregelt. Es kann aber betrieblich vereinbart werden, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf das Monatsentgelt umzulegen, um die monatlichen Abzüge gering zu halten.

Kein Ersatz für Kurzarbeit

Anders als bei Kurzarbeit zahlen die Metall-Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen nach dem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung also allein. Darum sieht die IG Metall in ihnen keinen Ersatz für Kurzarbeit. Der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung soll nur dann zum Zuge kommen, wenn Kurzarbeit nicht (mehr) geht. In der IG Metall wird zurzeit darüber diskutiert, die Tarifvertrag Beschäftigungssicherung zu ändern: Die Arbeitszeit soll um weitere Stunden sinken können. Dann aber sollen die Arbeitgeber einen Teillohnausgleich zahlen. Die Politik soll dafür sorgen, dass darauf keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen.
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📕 Tarifvertrag Qualifizierung

Was ist der Tarifvertrag Qualifizierung?

In der Weiterbildung von Beschäftigten hinkt die Bundesrepublik hinter anderen Industrieländern her, hat die OECD ermittelt. "Wenn Deutschland gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen will, dann ist jetzt der Zeitpunkt, in Bildung und höhere Qualifikation zu investieren", sagt die OECD-Direktorin für Bildung, Barbara Ischinger. Auch die IG Metall appelliert an die Betriebe, die Krise zu nutzen,um ihre Belegschaften systematisch zu qualifizieren. Mit den Tarifverträgen, die es seit 2006 bundesweit gibt, hat sie ein Instrument dafür geschaffen.

Wir funktioniert der Tarifvertrag Qualifizierung?

Nach den Tarifverträgen müssen Arbeitgeber die Betriebsräte einmal jährlich über technische oder organisatorische Veränderungen informieren und die Auswirkungen, Qualifizierungsbedarfe und -maßnahmen für die Beschäftigten mit ihnen beraten. Ist nichts anderes vereinbart, muss der Arbeitgeber jedes Jahr mit jedem Beschäftigten ein individuelles Qualifizierungsgespräch führen. Den konkreten Bedarf legen beide gemeinsam fest. Der Arbeitnehmer kann selbst Vorschläge machen.
Der Arbeitgeber muss dem Betriebsrat jedes Jahr berichten, wie er die Maßnahmen umgesetzt hat. Der Tarifvertrag sieht vor, dass Ältere, An- und Ungelernte und Teilzeitbeschäftigte besonders gefördert werden.

Werde ich für Qualifizierungsmaßnahmen freigestellt?

Für Weiterbildung, die sein Wissen erhalten oder an veränderte Anforderungen anpassen soll,wird er von der Arbeit freigestellt. Der Arbeitgeber zahlt sein Entgelt weiter und übernimmt die Kosten. Dasselbe gilt für Maßnahmen, die ihn für neue Arbeiten qualifizieren, wenn bisherige wegfallen. Soll die Qualifizierung dem Beschäftigten helfen, höherwertige Aufgaben übernehmen zu können, wird er nur zumTeil dafür freigestellt (in der Regel zu 50 Prozent).
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📕 Teilzeit

Was ist Teilzeit?

Ein Arbeitnehmer arbeitet in Teilzeit, wenn er oder sie weniger als die betriebliche Regelarbeitszeit arbeitet.

Welche Teilzeitmodelle gibt es?

Von zeitlich sehr geringen Beschäftigungsverhältnissen (zum Beispiel 10 bis 15 Stunden pro Woche) über die traditionelle Halbtagsarbeit bis zu vollzeitnahen Teilzeitverträgen (oberhalb von 30 Stunden) können Beschäftigte ihr Arbeitszeitmodell auswählen.
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📕 Toyota-Produktionssystem

Was ist das Toyota-Produktionssystem?

Seit Mitte der 90er Jahre breitet sich das Toyota-Produktionssystem aus. Nach der Autoindustrie hat es inzwischen auch die Zulieferer erfasst und andere Branchen (wie Maschinenbau), kleinere Betriebe und nach der Produktion auch Verwaltungen.
Ziel ist eine möglichst "verschwendungsfreie" Produktion. Als verschwenderisch gelten Wartezeiten (etwa durch Störungen oder fehlendes Material), Lagerbestände, überflüssige Bewegungen, Transporte und überflüssige Arbeitsgänge.
Produziert wird "ziehend", "im Kundentakt": Die Beschäftigten stellen nur das her, was der nachfolgende Arbeitsprozess an Vorprodukten braucht, die Endmontage liefert soviel, wie der Kunde in gleicher Zeit abnimmt. Das Material ist permanent in Bearbeitung. Das verringert Wartezeiten und Lagerhaltung. Tätigkeiten, die nicht wertschöpfend sind - wie Gehwege und Transporte, werden systematisch verringert. Jede Verbesserung wird als neuer verbindlich einzuhaltender Standard festgeschrieben. Schnelles, flexibles Umrüsten ermöglicht kleine Mengen oder Einzelstückfertigung.

Was bedeutet das für die Arbeitnehmer?

In der Reinform sieht das Toyota-System vor, dass die Beschäftigten das Werkstück von einem Arbeitsschritt zum nächsten begleiten, also unterschiedliche Arbeiten beherrschen. Sie sind in die kontinuierlichenVerbesserungsprozesse einbezogen. In Deutschland wird Toyota aber oftmit Taylorismus vermischt: Zerstückeln der Arbeit in monotone Tätigkeiten und ständig kürzere Taktzeiten. Folgen: Entwertung der Qualifikationen, Arbeitsverdichtung, Stress und Gesundheitsverschleiß.

Was kann der Betriebsrat tun?

Betriebsräte können die Einführung mitgestalten. Dabei sollten sie zuerst ein Leitbild für die Arbeitsgestaltung entwickeln und sich über Mindestbedingungen verständigen. Lernförderlichkeit und Alternsgerechtigkeit sind wichtige Aspekte. Die Chancen mitzugestalten sind am größten, wenn es gelingt, Beteiligungsrechte in Betriebsvereinbarungen festzuhalten.
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📕 Transaktionssteuer

Transaktionssteuer.

Transaktionen auf den Finanzmärkten sind komplex und sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite schieben Händler große Aktienberge und Devisen hin und her. Und auf der anderen Seite werden Finanzmarktprodukte wie beispielsweise Fonds, Zertifikate, Derivate oder Optionen verkauft und gekauft.

Was ist die Idee der Transaktionssteuer?

Auf die Finanzmarktgeschäfte könnte man - so wie bei Lebensmitteln oder Autos - eine Umsatzsteuer erheben, die sogenannte Transaktionssteuer. Ihr Ziel: die Regulierung der Finanzmärkte. Der Nebeneffekt: Der Staatshaushalt würde zusätzliche Einnahmen erhalten. Schätzungen rechnen bei einem Steuersatz von nur 0,05 Prozent mit Einnahmen von mehreren Milliarden Euro.

Wie können Märkte reguliert werden?

Wie aber könnte diese Steuer gefährliche Spekulationen verhindern?

Die Kosten je Transaktion würden steigen.Und je höher die Kosten, desto geringer der Gewinn aus der jeweiligen Spekulation. Und desto weniger lohnt es sich, zu spekulieren. Die Bundesregierung steht der Transaktionssteuer widersprüchlich und konzeptionslos gegenüber: Im Frühjahr war die Bundeskanzlerin für eine Finanztransaktionssteuer. Dann hielt sie diese international nicht mehr für durchsetzbar und betont dies auf dem Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds Mitte Mai. Einen Tag später kündigt sie einen nationalen Vorstoß für die Transaktionssteuer an. Dann erklärt kurze Zeit später der Koalitionspartner FDP, er sei dagegen. Bis heute gibt es keinen Beschluss der Regierung. Und damit wurden auch die Ursachen der Finanzkrise nicht behoben. Den Beschäftigen wurde die Milliarden-Rechnung der Finanzkrise präsentiert. Die Verursacher haben jedoch bisher nichts beigetragen.
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📕 Transfergesellschaft

Was ist eine Transfergesellschaft?

Transfergesellschaften, auch Beschäftigungsgesellschaften genannt, sind Unternehmen, die Menschen helfen, wieder einen Job zu finden. Das Angebot der Transfergesellschaft ist freiwillig und kann flexibel genutzt werden. Bewerbungstraining, Weiterbildungskurse und Unterstützung bei der Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Jobs sind die Standardaufgaben.

Mit wem schließt der Arbeitnehmer den Vertrag?

Die Jobsuchenden schließen einen Arbeitsvertrag mit der Transfergesellschaft. Je besser der Sozialplan ist, desto länger die Verweildauer (maximal ein Jahr).

Wer bezahlt den Arbeitnehmer in der Transfergesellschaft?

Bezahlt werden die Arbeitnehmer vom Arbeitsamt und - je nach Sozialplan - zusätzlich vom Arbeitgeber.
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📕 Übernahme

Was heißt Übernahme?

Übernahme bedeutet, dass Auszubildende nach Abschluss ihrer Ausbildung von ihrem ausbildenden Betrieb oder Unternehmen übernommen werden, also weiterhin dort beschäftigt sind. Die IG Metall hat mit vielen Unternehmen ausgehandelt, dass die Auszubildenden für ein Jahr garantiert übernommen werden. IG Metall-Mitglieder haben Anspruch darauf.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Jugendportal der IG Metall.
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📕 Urlaubsanspruch

Wer hat Urlaubsanspruch?

Arbeiter und Angestellte sowie Auszubildende haben in jedem Kalenderjahr einen gerichtlich einklagbaren Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Dieser Urlaubsanspruch entsteht in jedem Jahr neu, unabhängig davon, ob und wie viel Urlaub der Arbeitnehmer im letzten Urlaubsjahr hatte. In Deutschland gibt es einen gesetzlichen Mindestanspruch von 24 Urlaubstagen.

Was bringt ein Tarifvertrag hier?

Zugunsten des Arbeitnehmers kann von den gesetzlichen Bestimmungen durch Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag abgewichen werden. Ist die Abweichung für den Arbeitnehmer ungünstig, ist dies nur durch Tarifvertrag möglich.

Kann ich Urlaub übertragen?

Der Urlaub muss grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden. Teilurlaub ist auf Verlangen des Arbeitnehmers auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.
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📕 Urlaubsgeld

Was ist Urlaubsgeld?

Im Gegensatz zum gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Urlaub ist das zusätzliche Urlaubsgeld eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Es ist für die meisten Beschäftigten in Tarifverträgen geregelt, seltener nur in Arbeitsverträgen. Tarifliches Urlaubsgeld kann nur per Sanierungs-Tarifvertrag ganz oder teilweise gestrichen werden. Das Unternehmen muss dann aber glaubhaft belegen, dass es wirtschaftliche Probleme hat und Gegenleistungen bieten, wie Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.
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📕 Urlaub

Wie nehme ich Urlaub?

Indem Sie ihn beim Arbeitgeber beantragen. Bei wem Sie ihn konkret beantragen müssen, ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Muss ich den Urlaub schriftlich beantragen?

Sie sollten Ihren Urlaub immer schriftlich beantragen, um einen Nachweis zu haben.

Kann meine Firma den Zeitpunkt meines Urlaubs festlegen?

Der Arbeitgeber legt den Zeitpunkt des Urlaubs fest. Er hat aber dabei Ihre Wünsche zu berücksichtigen und muss diesen grundsätzlich nachkommen.
Ausnahme: Ihren Wünschen stehen dringende betriebliche Gründe entgegen, zum Beispiel ein zusätzlicher, wichtiger Auftrag oder es sind zu viele Kollegen krank und Ihre Abteilung ist unterbesetzt.

Was passiert, wenn mehrere Kolleg/innen zur gleichen Zeit Urlaub nehmen möchten?

Dann muss der Arbeitgeber nach sozialen Gesichtspunkten entscheiden, wessen Ansprüche Vorrang haben. Zum Beispiel diejenigen von Mitarbeitern, die schulpflichtige Kinder haben und deshalb an die Ferienzeiten gebunden sind. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen können: Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, familiäre Planungen etc.

Was passiert, wenn mein Arbeitgeber meine Urlaubswunsch ablehnt?

Dann müssen Sie erst mal bleiben. Sie dürfen den Urlaub nicht einfach antreten. Sie können den Betriebsrat um Hilfe bitten oder schlimmstenfalls gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie können in so genannten einstweiligen Verfahren eine schnelle Klärung herbeiführen, wenn der gewünschte Urlaubstermin kurz bevorsteht.
Sie dürfen aber nicht ohne Genehmigung in Urlaub gehen, sonst drohen Ihnen arbeitsrechtliche Konsequenzen wie zum Beispiel Abmahnung oder Kündigung.

Kann der Arbeitgeber eine Urlaubsgenehmigung widerrufen?

Grundsätzlich nicht. Der Arbeitgeber ist an seine Genehmigung gebunden. Wenn sie freiwillig auf den Urlaubstermin verzichten, sollten sie sich Stornogebühren etc. ersetzen lassen.

Kann mich mein Chef aus dem Urlaub zurückholen?

Nein. Sie müssen deshalb nicht einmal eine Urlaubsadresse beim Arbeitgeber hinterlassen. Das geht grundsätzlich nur mit Ihrer Zustimmung. Wenn sie einverstanden sind, sollten Sie vereinbaren, dass Ihr Arbeitgeber die Kosten für den abgebrochenen Urlaub übernimmt.

Kann ich Urlaub auf das nächste Jahr übertragen?

Ja, aber nur bis zum 31. März des Folgejahres, wenn dringende betriebliche Gründe oder personenbedingte Gründe (Krankheit) vorliegen. Danach verfällt der Anspruch, es sei denn, es gibt dafür eine anders lautende betriebliche oder tarifvertragliche Regelung.
Ausnahme: Nach Rechtsprechung des EuGH verfällt der Urlaub nicht, sondern muss auf das gesamte nächste Jahr übertragen werden, wenn der Arbeitnehmer bis einschließlich 31. März arbeitsunfähig erkrankt war und den Urlaub aus diesem Grund nicht nehmen konnte. Dies gilt in jedem Fall für den gesetzlichen Urlaubsanspruch.

Darf ich im Urlaub woanders arbeiten?

Nein, denn Sie sollen ja Ihre Arbeitskraft regenerieren. Ausnahme: Vom Arbeitgeber gestattete Nebentätigkeiten. Oder so genannte Gefälligkeitsarbeiten bei Freunden oder Verwandten. Die sind auch nicht genehmigungspflichtig.
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📕 Vertrauensleute

Was sind Vertrauensleute?

Vertrauensleute sind neben dem Betriebsrat Ansprechpartner für die Beschäftigten im Betrieb. Vertrauensleute sind nicht gesetzlich institutionalisiert und haben trotzdem eine große Bedeutung: weil sie meist näher dran sind an der täglichen Arbeit der Beschäftigten und damit auch an deren Sorgen und Anliegen.

Was machen Vertrauensleute?

  • Sie beraten IG Metall-Mitglieder, erläutern Ziele und Aufgaben der IG Metall.
  • Sie informieren die IG Metall-Mitglieder über Gesetze, Tarifverträge, Verordnungen und Vereinbarungen.
  • Sie vertreten gemeinsam mit den Mitgliedern deren Interessen am Arbeitsplatz und im Betrieb.
  • Sie verteilen Informationsmaterial der Gewerkschaft und nutzen diese Gelegenheit zur Diskussion im Betrieb.
  • Sie sind das Bindeglied zwischen Betriebsrat und Belegschaft.
  • Sie nehmen an gewerkschaftlichen Veranstaltungen teil und qualifizieren sich in Seminaren der IG Metall.


Was ist der Vertrauenskörper?

Als Vertrauenskörper wird die Summe aller Ansprechpartner für die Beschäftigten im Betrieb bezeichnet. Dazu zählen Vertrauensleute, IG Metall-Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter sowie die Vertrauensleute der Schwerbehinderten.
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📕 VW-Gesetz

Was ist das VW-Gesetz?

Das VW-Gesetz wurde 1960 erlassen, als der ehemalige Staatskonzern privatisiert wurde. Ziel war es, die Aktien breit zu streuen und den beherrschenden Einfluss wirtschaftlicher Machtgruppen zu verhindern.

Was bewirkt das VW-Gesetz?

Das VW-Gesetz begrenzt das Stimmrecht jedes Aktionärs auf maximal 20 Prozent des Grundkapitals. Also auch wenn ein Aktionär einen höheren Anteil erwerben würde, bliebe sein Stimmrecht bei 20 Prozent. Das Land Niedersachsen hält etwa 20,2 Prozent der Stimmrechte und hat damit eine Sperrminorität, da in Aktionärsversammlungen nur mit mindestens 80 Prozent Mehrheit beschlossen werden kann.
Das VW-Gesetz sichert dem Bund und dem Land Niedersachsen außerdem zu, dass sie je 2 Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden können, sofern ihnen Aktien des Konzerns gehören. Produktionsstätten dürfen nur errichtet und Standorte nur verlegt werden, wenn der Aufsichtsrat mit Zweidrittel-Mehrheit zustimmt. Damit ist das Land in der Lage, mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
In den letzten Jahren verlangten EU und Kapitalvertreter die Abschaffung des VW-Gesetzes. Doch IG Metall, Betriebsrat und Belegschaft kämpften, vor allem für die erweiterte Mitbestimmung bei Standortfragen, die der Europäische Gerichtshof auch gar nicht moniert hatte. Ihr Argument: VW ist kein Konzern wie jeder andere. Die Nazis haben das Volkswagenwerk 1938 mit dem geraubten Vermögen der Gewerkschaften aufgebaut. Die Gewerkschaften stimmten daher 1959 der Privatisierung nur unter der Bedingung zu, dass Arbeitnehmer bei VW eine erweiterte Mitbestimmung haben.
Ein zentrales Ziel ist erreicht: Im Dezember 2008 beschloss der Bundestag eine fast unveränderte Neufassung des Gesetzes, das nun sicherer gegen neue Angriffe aus EU und Wirtschaft ist.
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📕 Wegeunfall

Was ist ein Wegeunfall?

Als Wegeunfall werden versicherte Unfälle auf dem unmittelbaren Weg in der Regel zwischen Wohnung und Ort der versicherten Tätigkeit (meist Arbeitsstätte, aber auch Schule, Kindergarten usw.) bezeichnet.

Wie verhält es sich mit dem Versicherungsschuzt?

Der Wegeunfall ist ein Begriff aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Versicherungsschutz besteht gegebenenfalls beim zuständigen Unfallversicherungsträger beispielsweise einer Berufsgenossenschaft. Der Wegeunfall ist gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII versichert und ist dem Arbeitsunfall gleichgestellt. Entscheidend für den Versicherungsschutz ist, dass der Verletzte den unmittelbaren Weg wählt. Unmittelbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Verletzte in seiner Entscheidung frei ist, ob er den zeitlich oder den geographisch kürzesten Weg wählt und mit welchem Verkehrsmittel (z.B. Bus, Bahn, Auto, Fahrrad) er diesen zurücklegt. Da von der Rechtsprechung anerkannt ist, dass der Verletzte die Wahl hatte, welchen Weg er wählt, ist es grundsätzlich gleichgültig, aus welchen Gründen der Verletzte den Weg gewählt hat, auf dem er verunfallt ist. Es können wirtschaftliche oder zeitliche Gründe sein. Unversichert ist ein Weg vom oder zum Ort der versicherten Tätigkeit nur dann, wenn dessen Wahl nur mit eigenwirtschaftlichen - also rein privaten - Gründen erklärt werden kann (z. B. um eine billige Tankstelle aufzusuchen).  
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📕 Weihnachtsgeld

Was ist Weihnachtsgeld?

Auch wer nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt, kann Anspruch auf Weihnachtsgeld haben. Das Weihnachtsgeld ist eine Sonderzahlung des Arbeitgebers, in der Regel ein jährlich gezahlter Einmalbetrag. Man bezeichnet solche Zahlungen unter anderem auch als 13. Gehalt, betriebliche Sonderzahlung oder Gratifikation. Wie man es auch nennen mag - ein Geschenk ist es nicht. Das Weihnachtsgeld ist eine betriebliche Sonderzahlung, die der Arbeitnehmer einmal im Jahr zusätzlich zu seiner normalen Vergütung bekommt. Manchmal ist es Teil eines "13.Monatsgehalts " (das nicht der Höhe des normalen Entgelts entsprechen muss), dessen anderer Teil als Urlaubsgeld ausgezahlt wird.
Es gibt keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Verlangt werden kann es nur, wenn ein entsprechender Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine arbeitsvertragliche Vereinbarung vorliegt. Außerdem kann sich der Anspruch aus "betrieblicher Übung" oder dem Gleichheitsgrundsatz herleiten. Weit verbreitet sind Mischformen: Ein Teil des Weihnachtsgelds ist tarifvertraglich abgesichert, ein weiterer kommt als zusätzliche Leistung des Arbeitgebers dazu.
Ausführliche Informationen rund um das Weihnachtsgeld gibt es in unserem Mitgliederbereich oder bei den jeweiligen Verwaltungsstellen der IG Metall vor Ort.
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📕 Weiterwirkende Verpflichtungen

Was sind weiterwirkende Verpflichtungen?

Auch wenn Ihr Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß beendet wurde, wirken trotzdem noch einige Verpflichtungen weiter. Dazu zählen insbesondere:
  • die Geheimhaltungs- und Schweigepflicht.
  • die Pflichten aus einem Wettbewerbsverbot.

Urlaub:

Urlaubstage, die Sie aus betrieblichen Gründen oder wegen Krankheit nicht vor Ablauf Ihres Arbeitsverhältnisses nehmen konnten, müssen Ihnen ausbezahlt werden. Haben Sie dagegen mehr Urlaub gehabt als Ihnen zustand?

Dann brauchen Sie das Urlaubsentgelt nicht zurückzuzahlen. Sie müssen aber das zu viel gezahlte Urlaubsgeld erstatten, wenn es der Arbeitgeber zurückfordert oder verrechnet.
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📕 Werkvertrag

Werkvertrag.

"Arbeit - sicher und fair" - unter diesem Motto wendet sich die IG Metall gegen alle Formen ungesicherter Arbeit. Dazu gehören auch Werkverträge. Das sind Arbeiten, bei denen eine Fremdfirma von einem Betrieb den Auftrag übernimmt, ein bestimmtes "Werk" eigenständig auszuführen. Anders als bei Leiharbeit muss der Betriebsrat nicht zustimmen. Betriebe schließen darum gerne Werkverträge ab, um die Rechte des Betriebsrats zu umgehen.

Scheinverträge

Der Betriebsrat kann nur dann gegen sie vorgehen, wenn es sich um Schein-Werkverträge handelt. Indizien dafür sind zum Beispiel, dass die Arbeitnehmer nicht nur ein bestimmtes Werk erstellen, sondern in die normale Arbeit eingegliedert sind. Oder dass der Einsatzbetrieb Weisungen erteilt; denn anders als bei Leiharbeit übt bei Werkverträgen die Fremdfirma das Weisungsrecht aus.
Werkverträge haben viele Nachteile. Zum Beispiel verlagern sie das Beschäftigungsrisiko auf die Werkvertrags-Arbeitnehmer, bescheren ihnen eine unsichere Existenz. Ihnen stehen die tariflichen Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen nicht zu. Werkverträge schwächen die Stammbelegschaften. Und die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte.
Ohne Einflussmöglichkeiten sind die Arbeitnehmervertreter allerdings nicht. Sie haben Informations- und Initiativrechte. Etwa das Recht nach § 80 Absatz 2 BetrVG, zu erfahren, ob, wo und welche Werkvertrags-Arbeitnehmer im Betrieb sind. Sie können checken, wie deren Arbeits- und Entlohnungsbedingungen sind und können Sprechstunden für sie anbieten.
Sie können eine Strategie entwickeln, welche Werkverträge unter welchen Bedingungen zulässig sein sollen, das Thema im Betrieb diskutieren und eine Betriebsvereinbarung abschließen.
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📕 Wirtschaftsdemokratie

Wirtschaftsdemokratie.

Die marktradikale Kurs vieler Unternehmen hat die Orientierung am kurzfristigen Profit auf die Spitze getrieben. Die Beschäftigten werden durch unrealistische Renditeerwartungen, Outsourcing und Verlagerungsdrohungen unter Druck gesetzt. Die Leistungsanforderungen werden bis zum Anschlag erhöht und immer mehr Menschen in unsicheren Arbeitsplätzen beschäftigt. Gewerkschaften und Betriebsräte müssen oft um die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen kämpfen.

Mehr mitbestimmen

Um sich gegen eine derartig rücksichtslose Praxis wehren zu können, muss die Mitbestimmung erweitert werden. Dabei geht es um mehr Einfluss auf die Investitionen der Unternehmen, denn sie entscheiden über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Die IG Metall tut dies bereits durch "Besser statt billiger"-Vereinbarungen. Das VW-Gesetz bindet Standortentscheidungen an die Zustimmung der Arbeitnehmer. Wirtschaftliche Beschlüsse entscheiden über das Lebensschicksal vieler Menschen. Sie dürfen nicht allein die Sache weniger Manager und Kapitalbesitzer sein. Deswegen fordert die IG Metall mehr Demokratie in der Wirtschaft. Auch das Grundgesetz sieht eine Sozialbindung des Eigentums vor ( Artikel 14, Abs. 2).

Aktienrecht ändern

Es gibt verschiedene Wege, Wirtschaftsdemokratie auszuweiten. Das kann zum Beispiel über eineÄnderung des Aktienrechts geschehen, mit der die zustimmungspflichtigen Geschäfte erweitert werden. Wirtschaftsdemokratie muss außerdem auf verschiedenen Ebenen ansetzen: Von der Mitbestimmung am Arbeitsplatz über das Unternehmen, die Branchen und Regionen, die nationale Ebene bis hin zu einer europäischen Wirtschaftsregierung und demokratisch bestimmten internationalen Institutionen, um die Finanzmärkte stärker zu kontrollieren.
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📕 Zeitarbeit

Was ist Zeitarbeit?

Mit dem Begriff Zeitarbeit wird die Beschäftigungsform Leiharbeit (manchmal auch Arbeitnehmerüberlassung oder Personalleasing) bezeichnet. Leiharbeit liegt immer dann vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Beschäftigten (Leiharbeitnehmer) einem Dritten (Entleiher) zur Erbringung einer Arbeitsleistung überlässt.

Ist Zeitarbeit Leiharbeit?

Ja. Der Begriff Zeitarbeit wird gerne von Arbeitgebern und ihren Verbänden verwendet. Häufig wird er mit "befristeter Beschäftigung" verwechselt. Deshalb verwendet die IG Metall den Begriff Leiharbeit. Dies entspricht auch den gesetzlich definierten Begrifflichkeiten des AÜG.
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📕 Zeitkonto

Was ist ein Zeitkonto?

Ein Zeitkonto wird auch als Arbeitszeitkonto bezeichnet.
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📕 Zeugnis

Wann erhalte ich ein Zeugnis?

Grundsätzlich bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Auch wenn es sich um eine fristlose Kündigung handelt. Sie können ein einfaches oder ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. Im letzteren wird zusätzlich Ihre Führung und Leistung bewertet. Der Arbeitgeber muss Ihnen das Zeugnis rechtzeitig ausstellen, damit Sie es für Bewerbungen nutzen können.
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📕 Zielvereinbarung

Was ist eine Zielvereinbarung?

Mit Zielvereinbarungen werden Leistungs-, Verhaltens- oder Projektziele festgelegt, die innerhalb einer zuvor bestimmten Frist erreicht werden sollen.
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